Berufsverbände

„Die Chirurginnen“ zählen über 1200 Mitglieder – BDC soll sich umbenennen

Deutschlands Operateurinnen vernetzen sich: Ihr Verein „Die Chirurginnen“ zählt über 1200 Mitglieder. Sie loben einige Fortschritte, äußern aber auch Kritik.

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Chirurgin

Keine Seltenheit im Op: Rund 9000 berufstätige Chirurginnen zählt die Bundesärztekammer – und gut 30.000 Kollegen.

© Robert Kneschke / Zoonar / picture alliance

Marburg/Leipzig. Der Verein „Die Chirurginnen e.V.“ hat mittlerweile über 1200 Mitglieder. Das teilte der Verein am Ostermontag anlässlich des am 8. April zu Ende gegangenen 139. Deutschen Chirurgenkongresses (DCK 2022) mit. Der Verein wurde offiziell Anfang Februar 2021 gegründet und existierte vorher schon als Berufsnetzwerk.

Mit Stolz teilt der Verein mit, dass zwei Chirurginnen beim Kongress ausgezeichnet wurden: Dr. Frederike Butz hat den Angaben zufolge den Walter-Brendel-Preis für ihre Promotion erhalten, Dr. Florentine Hüttl hat das Wolfgang-Müller-Osten-Stipendium erhalten.

Nach Angaben des Vereins hat der Berufsverband der Chirurgen BDC beim Kongress in Leipzig beschlossen, sich künftig „Berufsverband der Deutschen Chirurgie“ zu nennen. Auf der BDC-Website nennt sich der Verband noch „Berufsverband der Deutschen Chirurgen“.

Lob für Verlag, Kritik an männlicher Ahnenreihe

Als „Meilenstein in der Chirurgie“ bezeichnete der Verein die Umbenennung der Fachzeitschriften „Der Chirurg“ und „Der Orthopäde“ in „Die Chirurgie“ und „Die Orthopädie“. Der Springer Medizin Verlag, in dem auch die Ärzte Zeitung erscheint, hatte jüngst mitgeteilt, seine Fachzeitschriften umzubennen.

Mit Unverständnis reagieren die Chirurginnen auf eine Reminiszenz beim Kongress, bei der frühere Präsidenten der Fachgesellschaft DGCh mit einer Ahnenreihe geehrt worden waren. Abgebildet waren einzig Männer, nicht jedoch die Neurochirurgie-Professorin Gabriele Schackert vom Uniklinikum Dresden. Sie war 2016 DGCh-Präsidentin und bis dato einzige Frau an der Spitze der Fachgesellschaft, die 1872 in Berlin gegründet worden war.

Der Verein „Die Chirurginnen“ will nach eigenen Angaben künftig noch stärker in der Berufspolitik mitmischen. Dazu hat sich die AG Berufspolitik mit zunächst 34 Mitgliedern gegründet. Initiatorinnen sind Professorin Anja Schaible vom Uniklinikum Heidelberg und Miriam Rauch vom Klinikum Neumarkt. (eb)

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