Arzneimittelpolitik

EU will Impfstoffe zentral einkaufen

BRÜSSEL (dpa). In der EU sollen Impfstoffe gegen Epidemien und Pandemien wie die Schweinegrippe günstiger werden. Die EU-Kommission will künftig im Auftrag der europäischen Regierungen mit Medikamentenherstellern über den Einkauf der Impfstoffe verhandeln.

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"So können wir viel bessere Preise von der Pharmaindustrie bekommen", sagte EU-Gesundheitskommissar John Dalli, der die Pläne am Donnerstag in Brüssel vorstellte. Europaparlament und EU-Länder müssen die Vorschläge billigen.

Die EU-Regierungen hatten nach dem Ausbruch der Schweinegrippe die EU-Kommission 2010 beauftragt, Vorschläge zur gemeinsamen Beschaffung von Impfstoffen auszuhandeln.

Die EU-Staaten sollen frei entscheiden können, ob sie dabei mitmachen oder lieber selbst verhandeln. Der Vorschlag soll auch Engpässe verhindern und für eine bessere Verteilung der Impfstoffe sorgen.

Derzeit entsorgen Deutschland und andere EU-Länder überflüssige Impfdosen gegen die Scheinegrippe, weil die Nachfrage der Bürger schwächer war als erwartet. Ob und wie viel Impfstoffe ein Land kauft, kann es laut EU-Vorschlag weiter selbst entscheiden.

EU will über Epidemien entscheiden

Beim Ausbruch einer Epidemie will die EU zudem künftig selbst den Notfall erklären. Derzeit liegt diese Entscheidung bei der Weltgesundheitsorganisation WHO. So könnte die EU die Zulassung von Medikamenten laut einem EU-Experten von sieben Monaten auf bis zu zwei Monate verkürzen.

Schließlich will die EU-Kommission, dass die Länder bei grenzüberschreitenden Gefahren für das Wohl der Bevölkerung besser zusammenarbeiten. Dies können neben Krankheiten auch Umweltkatastrophen sein.

Bei vielen Todesfällen soll die EU-Kommission Notvorschriften erlassen können, um die Ausbreitung über die Grenzen zu verhindern. Sie könne zum Beispiel verlangen, dass bei Reisenden an den Grenzen die Temperatur gemessen wird oder sie ein Gesundheitsattest vorlegen müssen.

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