Honorarbescheid

Erfolgloser Widerspruch kostet 100 Euro

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Manche Brandenburger Ärzte legen offenbar aus Prinzip Widerspruch gegen Honorarbescheide ein. Das soll nun teuer werden.

POTSDAM. Die KV Brandenburg wird den Ärzten im Land für erfolglose Widersprüche künftig eine Gebühr von 100 Euro berechnen. Damit will sie die Widerspruchsflut eindämmen.

Nach Angaben von KVBB-Vize Dr. Peter Noack legen seit Jahren relativ konstant zwischen 550 und 700 von insgesamt rund 3500 Ärzten in Brandenburg pro Quartal Widerspruch gegen ihren Honorarbescheid ein.

Darunter sind offenbar viele Widersprüche ohne Angabe von Gründen, die dennoch bearbeitet werden müssen.

"Viele Anträge werden von Ärzten gestellt, obwohl sie Honorarzuwächse haben", sagte Noack. Die KVBB kommt mit der Bearbeitung nicht nach. 24 Mitarbeiter sind allein damit befasst. Nur das Jahr 2009 sei annähernd abgearbeitet.

Abrechnungsberater stehen zur Verfügung

Den Beschluss zur Einführung der Gebühr hat die Vertreterversammlung der KVBB kontrovers diskutiert. Ärzte forderten, dass mit einer solchen Gebühr auch eine Bearbeitungsfrist seitens der KVBB eingeführt werden müsste.

Sie verwiesen darauf, dass viele Widersprüche über Quartale hinweg den gleichen Sachverhalt betreffen, weil eine Klärung lange aussteht.

Für solche Widersprüche wurde schließlich geregelt, dass die Gebühr bei Misserfolg nur einmal anfällt. Andere Ärzte verwiesen darauf, dass der Honorarbescheid verständlicher gestaltet werden müsste. "Dafür haben wir Abrechnungsberater", entgegnete KVBB-Chef Dr. Hans-Joachim Helming.

KVBB-Vize Andreas Schwark verwies darauf, dass andere KVen längst eine solche Gebühr haben.

Auch die Vorsitzende des Haushaltsausschusses, die Allgemeinmedizinerin Gisela Polzin plädierte für die Gebühr: "Wenn es nur um zwei Ziffern geht, die gerade mal sechs Euro Nachvergütung bringen, ist es doch gut, dass eine kleine Hürde eingeführt wird", sagte sie. (ami)

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