Tarifverhandlungen

Erzwingungsstreik droht am Jüdischen Krankenhaus Berlin nach gescheiterten Verhandlungen

Am Freitag gab es erneut Verhandlungen für einen Tarifvertrag zwischen Verdi und dem Jüdischen Krankenhaus. Der Abbruch der Verhandlungen hat nun Konsequenzen.

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Der Eingang des Jüdischen Krankenhaus Berlin.

Wird kurz vor Weihnachten wohl bestreikt: Jüdisches Krankenhaus Berlin.

© Sebastian Gollnow / dpa

Berlin. Eine Stunde dauerten die Tarifverhandlungen am Freitag, bis die Geschäftsführung des Jüdischen Krankenhauses Berlin die Verhandlungen beendete. Die Gewerkschaft Verdi ruft deshalb in der Woche vor Weihnachten am 19. und 20. Dezember zum Streik auf.

„Die Beschäftigten sind enttäuscht und sauer. Seit Wochen weigert sich die Geschäftsführung, auch nur eine inhaltliche Kommentierung unserer Forderungen vorzulegen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Ben Brusniak. Das Krankenhaus wies die Vorwürfe zurück.

94 Prozent für Erzwingungsstreik

Schon vor der Verhandlungsrunde hatten sich Mitglieder der Gewerkschaft mit 94 Prozent im Rahmen einer Urabstimmung für die Durchführung eines Erzwingungsstreiks ausgesprochen. „Jetzt wird die Verzögerungstaktik eskaliert und unter fadenscheinigen Vorwänden die Verhandlungen abgebrochen, auf die wir uns gemeinsam verständigt hatten. Die Beschäftigten werden sich das nicht gefallen lassen“, so Brusniak.

Seit Monaten sind die nicht-ärztlichen Beschäftigten des Jüdischen Krankenhauses in Tarifverhandlungen für einen Tarifvertrag Entlastung. Einen solchen haben die Beschäftigten von Charité und Vivantes bereits.

Die Geschäftsführung des Jüdischen Krankenhauses wies die erhobenen Vorwürfe, „Arbeitskampfmaßnahmen zu provozieren und die Verhandlungen zu verzögern“ am Freitag zurück. Für den Dezember seien insgesamt drei Verhandlungstermine angesetzt. Die „notwendige Finanzierung eines zusätzlichen Tarifvertrages“ sei angesichts der „strukturellen Unterfinanzierung und wirtschaftlich prekären Situation in der Krankenhauslandschaft“ eine „bisher ungeklärte Frage“. (mas/eb)

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