Nordrhein-Westfalen
Warnstreiks an mehreren Unikliniken kommenden Dienstag und Mittwoch
Seit Anfang Dezember laufen die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bundesländer. In NRW will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach mehr Geld jetzt mit Warnstreiks Nachdruck verleihen.
Veröffentlicht:Düsseldorf. An mehreren Unikliniken in Nordrhein-Westfalen hat die Gewerkschaft Verdi zu zweitägigen Warnstreiks aufgerufen. Am kommenden Dienstag und Mittwoch sind Aktionen an den Unikliniken Köln, Bonn und Essen geplant, wie Verdi NRW mitteilte. An der Uniklinik Düsseldorf ist demnach ein eintägiger Warnstreik für den kommenden Dienstag angekündigt.
Die Uniklinik Köln weist im Internet bereits darauf hin, dass spürbare Einschränkungen der Patientenversorgung erwartet werden. Hiervon würden vor allem Patientinnen und Patienten betroffen sein, deren Behandlung medizinisch vertretbar verschoben werden kann. Die jeweiligen Fachbereiche informierten die betroffenen Patientinnen und Patienten. Um die Versorgung von Notfällen sicherstellen zu können, hat die Uniklinik Köln nach eigenen Angaben mit Gewerkschaften eine Notdienstvereinbarung verhandelt.
Operationen fallen aus
Verdi NRW geht davon aus, dass an der Uniklinik Köln zwei Drittel der Operationen am Dienstag entfallen könnten und es erhebliche Auswirkungen auf die Abläufe geben werde. An der Uniklinik Bonn rechnet Verdi damit, dass die Hälfte der Operationen am Dienstag entfallen könnte. An der Uniklinik Düsseldorf erwartet Verdi am Dienstag ebenfalls Einschränkungen.
Hintergrund der Warnstreiks an Unikliniken sind die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder. Verdi verlangt von den Arbeitgebern in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar in Potsdam ein „faires und verhandlungsfähiges Angebot“. Bleibe das aus, werde der Druck weiter erhöht.
„Die Arbeitgeber sind ohne Angebot in die Verhandlungen gestartet. Wer mit leeren Händen kommt, provoziert Widerstand“, sagte der stellvertretende Landesbezirkschef Frank Bethke. Die Länder sparten seit Jahren am Personal, während die Aufgaben zunähmen. Ein starker öffentlicher Dienst sei kein Luxus, sondern Grundlage für einen funktionierenden und demokratischen Staat.
Sieben Prozent mehr Geld gefordert
Für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordert die Gewerkschaft sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung gefordert. Studentische Beschäftigte sollen ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt erhalten, erklärte Verdi.
Verdi NRW plant bereits ab dem kommenden Montag zahlreiche Warnstreiks. Demnach sind außer den genannten Unikliniken davon in der neuen Woche auch Hochschulen und Universitäten, Landesverwaltung, Justiz sowie die Straßenbauverwaltung betroffen. (dpa)




