KV Hamburg

"Flatrate" in Laboren stoppen!

Mehr Kassenmittel für Labore fordert die KV Hamburg - der Mehrbedarf mache das nötig.

Veröffentlicht: 03.03.2016, 15:00 Uhr

HAMBURG. Der steigende Leistungsbedarf bei Laboruntersuchungen muss zu einer Mittelerhöhung durch die Krankenkassen führen. Dies fordert die KV Hamburg in einer Resolution, die von der Vertreterversammlung einstimmig verabschiedet wurde. Der Versorgungsmehrbedarf dürfe nicht zulasten der Labore oder der beauftragenden Ärzte gehen.

Hintergrund der Forderung ist ein Zusammenhang zwischen steigenden Leistungsfällen bei behandelnden Ärzten und steigendem Leistungsbedarf bei Laboruntersuchungen. Außerdem nimmt die Zahl der Kontrolluntersuchungen als Folge von Qualitätssicherungsvorgaben zu. "Beauftragende Ärzte können sich schon aus forensischen Gründen ihrer Verantwortung nicht entziehen", heißt es in der Resolution. Auf die bundesweit zu beobachtende Entwicklung haben manche KV-Vorstände und der KBV-Vorstand mit der Forderung nach einer Absenkung der Laborquote reagiert. Hamburgs früherer KV-Chef Dr. Michael Späth sieht darin einen "Schnellschuss", der keine akuten Verteilungsprobleme löst und auf die weiterhin zu erwartenden Versorgungsnotwendigkeiten keine Antwort liefert.

In der von ihm eingebrachten Resolution forderte er in der VV eine langfristig tragfähige Lösung, indem die erforderlichen Mittel in Verhandlungen mit den Krankenkassen geltend gemacht werden. Ohne diese Lösung erwartet Späth, dass die mittelständischen Labore noch stärker als bislang durch Konzerne aufgekauft werden.

Zugleich verweist der Verein der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) den KBV-Vorstand darauf, dass die Mengensteuerung "vollständig außerhalb der Kontrolle der Facharztlabore" liegt. Diese Mengenentwicklung sei "versorgungsbedingt" und werde anhalten. Über Quotierungsmaßnahmen werde dem Zuweiser der Eindruck vermittelt, er könne "ungezügelt im Flat-Rate-Modus Laboruntersuchungen anfordern". Das bisherige System habe sich als nicht wirksam zur Labormengensteuerung erwiesen. Der ALM vertritt bundesweit 150 Labore. (di)

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