Diskurse

Frankfurter Forum hat Zukunftsfragen im Fokus

Das Frankfurter Forum, ein interdisziplinäres Gremium von Experten, beackert ohne den Blick auf Legislaturperioden Grundsatzprobleme in Gesundheit und Pflege.

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FRANKFURT/MAIN. Die Zahl der Beschäftigten, die psychisch erkranken, steigt und steigt - wenn man der AU-Statistik der Krankenkassen glaubt. Dass die Ursachen für den Boom der sogenannten "F-Diagnosen" tiefer liegen, lotet die neue Publikation des "Frankfurter Forums für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e.V." aus.

In der Publikationsreihe "Diskurse" des Frankfurter Forums, die von der Ärzte Zeitung Verlagsgesellschaft (Springer Medizin) verlegt wird, ist jüngst Heft 8 mit dem Titel "Psychische Erkrankungen - Mythen und Fakten" erschienen.

Die Autoren nehmen darin zum einen eine Bestandsaufnahme der jüngsten Entwicklungen zur Prävalenz psychischer Erkrankungen vor. Zum anderen werden Versorgungsmodelle insbesondere für einzelne Patientengruppen wie etwa Migranten erörtert. Einen weiteren Fokus bilden die spezifischen Herausforderungen der Versorgung von Patienten mit demenziellen Erkrankungen.

Seit wenigen Tagen ist das Frankfurter Forum mit einer eigenen Internetpräsenz online. Unter http://frankfurterforum-diskurse.de können die Beiträge der aktuellen und der vorangegangenen Publikationen nachgelesen werden.

Als Vorstandsvorsitzender des Vereins zeichnet Dr. Jürgen Bausch, niedergelassener Pädiater und früherer KV-Vorsitzender in Hessen, verantwortlich. Für Bausch, der über viele Jahre auch auf Bundesebene berufspolitisch aktiv gewesen ist, stellt das Frankfurter Forum eine ganz eigene Diskussionsplattform dar.

"Wir bringen zweimal jährlich Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Ethik und Theologie mit Versorgern an einen Tisch", berichtet er. Ziel sei es, "Zukunftsfragen unserer immer älter werdenden Gesellschaft zu erörtern und dabei über Lösungsansätze nachzudenken."

Diskutiert werde in den Plenumssitzungen im geschlossenen Kreis, nachdem sachkundige Referate in die jeweiligen Themen eingeführt haben, so Bausch. In den Plenumstagungen seien Ärzte aus Klinik und Praxis aus unterschiedlichen Fachgebieten vertreten.

Die Gesundheitspolitik werde durch mehrere ehemalige Bundestagsabgeordnete repräsentiert, hinzukämen Vertreter großer Krankenkassen oder ihrer Verbände. Wissenschaftler aus den Disziplinen Jurisprudenz und Volkswirtschaft befruchteten die Diskussionen ebenso wie Vertreter beider Konfessionen.

"Wir sind ein offenes Forum ohne politische und weltanschauliche Bindung", resümiert Bausch. Das Forum werde bisher von der Lilly Deutschland Stiftung als alleinigem Sponsor finanziert, die Tür für weitere Sponsoren stehe offen. Dies garantiere "absolute Unabhängigkeit in Sach- und Personalfragen".

Im Fokus der Debatten des Forums stehen seit dem Start im Jahr 2009 nach Aussagen von Bausch "gesundheitspolitische Dauerbrenner": Dazu gehörten etwa die Bezahlbarkeit des medizinischen Fortschritts oder Versorgungskonzepte für die alternde Gesellschaft.

Zuletzt hat sich das Frankfurter Forum mit Aspekten der sogenannten "personalisierten Medizin" beschäftigt. "Grundsatzproblemen" will sich das Forum auch 2014 widmen. Dann stehe das Thema Sterben in Würde und Selbstbestimmung auf der Agenda, kündigt Bausch an. (fst)

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