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Protest

Frankreichs Ärzte rufen zum Streik

Freiberufler protestieren am 30. September landesweit gegen Liberalisierungspläne der Regierung.

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PARIS. Mit Streiks und Demonstrationen wollen Frankreichs Freiberufler, darunter niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, am 30. September landesweit auf ihre Probleme aufmerksam machen. Sie protestieren gegen die Pläne der Regierung, die freien Berufe zu deregulieren.

So sollen unter anderem apothekenpflichtige OTC-Arzneimittel künftig in Supermärkten erhältlich sein. Viele andere Liberalisierungsmaßnahmen werden vor allem Notare und Anwälte betreffen.

Obwohl Ärzte von diesen Plänen nicht direkt betroffen sind, rufen auch die meisten Ärzteverbände ihre Mitglieder zum Streik auf. Dabei geht es nicht nur um Solidarität mit anderen Freiberuflern. Niedergelassene Ärzte protestieren auch gegen die geplante Gesundheitsreform, die eine Ausweitung der Kontrollen von Krankenkassen auf ihre Arbeit vorsieht.

Zugleich fürchten sie sich vor neuen Sparmaßnahmen, nachdem Sozialministerin Marisol Touraine vor einigen Tage gewarnt hat, dass das Defizit der Sécurité Sociale (Sozialversicherung einschließlich Krankenversicherung) 2014 mehr als elf Milliarden Euro betragen wird. Das sind zwei Milliarden Euro mehr als geplant.

"Heißer Herbst" angedroht

Das Parlament wird in den kommenden Wochen den Etat der Krankenversicherung für das Jahr 2015 diskutieren und abstimmen. Ärzte warnen inzwischen vehement vor neuen Kürzungen und einer Verschärfung der Sparpolitik: Sollten sie zu stark zur Kasse gebeten werden, drohen sie mit einem "heißen Herbst”.

Auch im Arzneimittelbereich ist wegen der schlechten Bilanz der Sécurité Sociale mit neuen, noch drastischeren Sparmaßnahmen zu rechnen, heißt es in Regierungskreisen.

Wie üblich bei Streiks im französischen Gesundheitswesen, ist am Dienstag sichergestellt, dass Patienten, die dringend ärztliche Hilfe benötigen, nicht unter den Protestaktionen zu leiden haben. Überall im Land stehen Notdienste bereit. (DDB)

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