Folgen der Pandemie
OECD: Long-COVID belastet Wirtschaft und Gesundheitssysteme
Direkte und indirekte volkswirtschaftliche Belastungen durch Long-COVID könnten sich laut OECD in den Mitgliedstaaten zu jährlich dreistelligen Milliardenbeträgen summieren.
Veröffentlicht:Paris. Die Industriestaatenorganisation OECD wirbt für eine bessere Behandlung und berufliche Wiedereingliederung von Long-COVID-Patienten.
Das könne auch die hohen Kosten durch die Langzeiterkrankung senken. Diese könnten von 2025 bis 2035 den Umfang von 0,1 bis 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreichen, so eine Analyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Für die Wirtschaft in den OECD-Ländern könne dies eine Belastung von bis zu 115 Milliarden Euro jährlich bedeuten, was dem Jahresgesundheitsbudget der Niederlande oder Spaniens entspreche. Allein die direkten Gesundheitskosten für die Bewältigung von Long-COVID dürften bis 2035 bei jährlich rund 9,4 Milliarden Euro liegen.
Da Betroffene das Risiko hätten, chronische Folgeerkrankungen zu entwickeln, könnte das die Kosten für die Gesundheitssysteme in den kommenden Jahren weiter in die Höhe treiben.
Niederlande und Deutschland strategisch vorn
Weitaus höher aber fielen die indirekten wirtschaftlichen Kosten aus, die sich durch krankheitsbedingte Fehlzeiten und das verfrühte Ausscheiden aus dem Berufsleben ergeben. Von entscheidender Bedeutung sei es, die Diagnose, die Behandlung und die Organisation der Gesundheitsversorgung Long-COVID-Patienten zu stärken, betonte die OECD.
Klinische Leitlinien, die die Erwartungen und Lebenserfahrungen der Patienten widerspiegelten, hätten einen entscheidenden Einfluss auf deren Leben und Zukunftsaussichten.
Off-Label-Use möglich
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Priorität habe auch die Fortbildung des medizinischen Fachpersonals. Nur wenige Länder hätten bislang eine Long-COVID-Strategie oder einen entsprechenden Plan verabschiedet.
Am weitesten fortgeschritten seien die nationalen Initiativen in Deutschland und den Niederlanden, hob die OECD hervor. Laut der Untersuchung wird damit gerechnet, dass in den nächsten Jahren rund ein Prozent der Bevölkerung von Long-COVID betroffen sein wird. (dpa)












