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Gemeinsam für eine bessere Versorgung in Niedersachsen

Die regionale Versorgungsplanung ist ein gesundheitspolitischer Dauerbrenner. In Niedersachsen werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Dort erhalten jetzt drei Landkreise eine Moderator-Rolle - sie sollen die widerstreitenden Interessen zähmen.

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Ohne Vertrauen geht auch in Niedersachsen nichts.

Ohne Vertrauen geht auch in Niedersachsen nichts.

© Steinach / imago

HANNOVER (cben). Die Landkreise sollen es richten. Niedersachsen hat drei Landkreise zu "Zukunftsregionen Gesundheit" ausgerufen. Sie sollen die widerspenstigen Player der Gesundheitsversorgung auf dem Lande moderierend zu mehr Zusammenarbeit animieren.

Dazu haben sich das Emsland, Soltau-Fallingbostel und Wolfenbüttel zu einer Agenda bekannt: Das Programm verpflichtet dazu, eine regionale Gesundheitskonferenz einzuberufen, und Schnittstellen überwindende Vernetzungsprojekte samt Palliativversorgung und der medizinischen Versorgung in Pflegeheimen anzuschieben.

Außerdem sollen bereits bestehende Modellprojekte, zum Beispiel das Hausarztdelegationsmodell "MoNi" aufgegriffen und einen "Nachwuchsfahrplan" erstellt werden, der junge Ärztinnen und Ärzte aufs platte Land lockt.

"Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz und können nicht länger nur an Krankenhäuser, nur an Ärzte oder nur an Pflegeeinrichtungen denken", sagte Niedersachsens Gesundheits- und Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) bei der Vorstellung des Projektes. Es ist auf drei Jahre angelegt.

Kooperationspartner sind die kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens, die KV Niedersachsen (KVN), Krankenkassen, die Ärztekammer, die Apothekerkammer Niedersachsen und die Krankenhausgesellschaft des Landes.

Das Vorhaben bedeute zum Beispiel auch: "Klare Akquise von Nachwuchskräften und Engagement von Ehrenamtlichen", erklärte der emsländische Landrat Hermann Bröring.

KVN-Chef Eberhard Gramsch sagte: "Es geht bei der Einrichtung der Gesundheitsregionen auch um die bessere ärztliche Versorgung im ländlichen Raum." Bis zum Jahr 2015 müssen sich in Niedersachsen 450 Ärzte niederlassen, hat die KV errechnet, damit vor allem in strukturarmen Landstrichen eine Unterversorgung vermieden wird.

Deshalb müsse die Versorgung effektiver koordiniert werden. Die Initiative kostet jährlich 300 000 Euro. Die Summe wird von den Partnern in einen Pool eingezahlt und von dort verteilt.

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