Direkt zum Inhaltsbereich

Geringverdiener müssen nichts zuzahlen

Damit Zuzahlungen zu Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen niemanden überstrapazieren, hat der Gesetzgeber Höchstgrenzen festgelegt. Häufig ist Patienten unklar, wie sie mit der Regelung umgehen sollen.

Veröffentlicht:

Ein Tipp vom Apotheker kann hier oft weiterhelfen. So haben nun Urteile des Bundessozialgerichts (BSG) konkretisiert, für welche Personen die Höchstgrenzen gelten. Generell gilt bekanntlich als Obergrenze eine Zuzahlungssumme von zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens (bei chronisch Kranken ein Prozent).

Die Zuzahlungen, etwa für Rezepte, müssen über Belege nachgewiesen und bei der Krankenkasse eingereicht werden. Wer das Sammeln der Belege scheut, kann die Summe bis zu seiner Belastungsgrenze bei den meisten Kassen schon zu Jahresbeginn einzahlen. Er ist dann bis Jahresende von allen Zuzahlungen befreit.

Nach einem aktuellen BSG-Urteil müssen allerdings Erwerbstätige mit geringem Einkommen generell keine Zuzahlungen entrichten. Das gilt auch, wenn diese Erwerbstätigen ergänzende Sozialhilfe beziehen. Für Versicherte, die jedoch ausschließlich von Sozialhilfe leben, sowie für Empfänger von Arbeitslosengeld II gilt hingegen die Zuzahlungspflicht mit entsprechenden Höchstgrenzen.

Hilfe beim Antrag auf Befreiung bieten viele Kassen auf ihrer Homepage an. Dort können die Anträge heruntergeladen werden. Bei der Techniker Krankenkasse etwa kann man mit wenigen Angaben ausrechnen lassen, wo die persönliche Belastungsgrenze für Zuzahlungen liegt. Dabei ist außer dem Bruttojahreseinkommen die Zahl der Familienmitglieder und Kinder und die Angabe zu chronischen Krankheiten und ALG II wichtig. Die Anerkennung als chronisch Kranker erfolgt bei der TK 2008 automatisch, wenn ein Versicherter in den beiden Vorjahren als chronisch krank eingestuft war. (di)

Berechnungshilfe unter www.apo-net.de

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne aus Berlin

Medizin ohne Arzt: Das Land klatscht Beifall

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Leere Wartezimmer: Vor allem alte Menschen und chronisch Kranke, haben sich als Risikopatienten zeitweise nicht mehr in die Praxen getraut.

© ArtmannWitte / Alamy / mauritius images

Gesundheitswesen im Corona-Schock: eine erste Bilanz

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern mit Vorerkrankungen

Hornhautinfektion durch Pilze

Pilzkeratitis: CRISPR-Test hilft bei unklaren Verdachtsfällen

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Eine Illustration zeigt, wie mittels einer Spritze ins Auge gestochen wird.

© Asset Arc / stock.adobe.com / generated AI

Neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration

Anti-VEGF-Injektionen: Versäumte Termine kosten nAMD-Patienten wohl Sehschärfe