Berufspolitik

Hamburger Eltern sollen an Vorsorge erinnert werden

Ein Modellversuch in der Hansestadt soll klären, ob mehr Kontrolle die gesundheitliche Vorsorge von Kindern stärkt.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
In Hamburg werden Eltern künftig schriftlich daran erinnert, ihre Kinder für die U6 und U7 beim niedergelassenen Pädiater vorzustellen.

In Hamburg werden Eltern künftig schriftlich daran erinnert, ihre Kinder für die U6 und U7 beim niedergelassenen Pädiater vorzustellen.

© Foto: Klaro

HAMBURG. Ziel des Modellversuchs in Hamburg ist auch, mehr vernachlässigten Kindern zu helfen. In den kommenden zwei Jahren werden in dem Modellversuch die Sorgeberechtigten von rund 33 000 Kindern in Hamburg durch eine zentrale Stelle angeschrieben. Damit wird an die Früherkennungsuntersuchungen U6 (zehnter bis zwölfter Lebensmonat) und U7 (21. bis 24. Lebensmonat) erinnert. Dazu erhält die zentrale Stelle die erforderlichen Daten vom Einwohnermelderegister. Die Sorgeberechtigten legen die Erinnerungskarten beim behandelnden Arzt vor, dieser zeichnet sie ab und schickt sie an die zentrale Stelle zurück. Bleibt die Karte aus, folgt ein erneutes Erinnerungsschreiben. Reagieren die Sorgeberechtigten auch dann nicht, werden sie zu einem persönlichen Gespräch vorgeladen, in dem sie über das kostenlose Angebot und den Stellenwert der Früherkennungsuntersuchungen aufgeklärt werden.

Ähnliche Modelle gibt es in anderen Bundesländern. Vom Modellversuch, der noch von der Bürgerschaft genehmigt werden muss, verspricht sich Gesundheitssenator Dr. Dietrich Wersich eine höhere Teilnahme an den Untersuchungen. Zugleich erwartet er, dass Vernachlässigungen früher entdeckt werden können. In Hamburg hatten in den vergangenen Monaten einige Fälle von Vernachlässigungen Aufsehen erregt. Daneben sollen auch Kinder im Vorschulalter bei der neu eingeführten U7a im vierten Lebensjahr ein verbessertes Angebot erhalten. Die Träger von Kindertageseinrichtungen sollen für die Gesundheitsförderung beraten und unterstützt werden.

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