PEI-Bericht

Hamburgs Hausärzte bekamen weniger Corona-Impfstoff als vorgesehen

Auch in Hamburg sind Corona-Vakzinen nach wie vor knapp. Jetzt zeigt sich auch noch: Zu den Hausärzten gelangten weniger Impfdosen als eigentlich für die Hansestadt vorgesehen war.

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Hamburg. Die Arztpraxen in Hamburg haben in den vergangenen Wochen offenbar weniger COVID-19-Impfdosen erhalten als ihnen zugestanden hätte. Das geht nach Angaben der Gesundheitsbehörde aus einem vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Auftrag gegebenen Bericht zur Impfstoffverteilung über den pharmazeutischen Großhandel hervor.

Demnach gelangten in den Kalenderwochen 14 bis 19 (zwischen dem 5. April und 16. Mai) insgesamt rund 30.000 Dosen Impfstoff weniger nach Hamburg als laut Bundesschlüssel zur Verwendung in den Praxen hätten bestellt werden können.

„Mengen, die von Ärzten nicht abgerufen werden, weil in den Praxen keine Kapazitäten bestehen oder die Praxen aus anderen Gründen nicht in der Lage sind, an der Impfkampagne teilzunehmen, müssen dennoch für die Hamburger Bevölkerung zur Verfügung stehen“, sagte Behördensprecher Martin Helfrich der Deutschen Presse-Agentur.

„Impfturbo wird Rohrkrepierer“

Wie genau es zu den Minderlieferungen kam, geht aus den PEI-Zahlen nicht hervor. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVHH) wurde nur in der ersten Maiwoche in den Arztpraxen zurückhaltend bestellt. Grund seien die Diskussion um Nebenwirkungen von Vaxzevria® und besondere Probleme mit der Lieferverlässlichkeit gewesen, sagte Sprecher Jochen Kriens der dpa.

„In den Wochen danach war es dann aber wieder so viel, dass sie nur quotiert beliefert werden konnten“, so Kriens. „Mit anderen Worten: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte hätten gerne sehr viel mehr verimpft, als ihnen an Impfstoff geliefert wurde.“

Das bestätigte auch der zweite Vorsitzende des Hausärzteverbands Hamburg, Dr. Mike Müller-Glamann. Der Bund habe zu wenig Impfstoff nach Hamburg geliefert. „Jetzt werden vom Kontingent der niedergelassen Ärzte auch noch die Betriebsärzte, die Privatärzte und Kinderimpfungen bestritten. Mit immer neuen Impfwegen und weniger Impfstoff wird der Impfturbo zum Rohrkrepierer“, warnte er.

Nicht abgerufene Dosen an die Zentren

Die Hausärzte hätten bewiesen, das sie schnell große Mengen impfen können. „Zu den Hausärzten gehört der Impfstoff, solange nicht genug verfügbar ist“, sagte er der dpa.

Nach Angaben der KVHH beteiligen sich etwa 1000 Hamburger Arztpraxen und damit rund die Hälfte von denen, die impfen dürften, an der Impfkampagne. Ob die Impfstofflieferungen von den Apotheken quotiert werden, hänge jeweils von der aktuellen Verfügbarkeit ab und sei deshalb auch von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, sagte Kriens.

Wie mit Minderlieferungen umgegangen werden soll, sei auch beim Impfgipfel am Donnerstag Thema gewesen, sagte Helfrich. Hamburg setze sich dafür ein, dass die nicht an Arztpraxen gelieferten Mengen, die Hamburg aber zustehen, gesammelt an das Impfzentrum geliefert werden. „So könnten sie dennoch einen Beitrag dazu leisten, Termine für Hamburgerinnen und Hamburger zu ermöglichen, statt dass sie andernorts verwendet werden.“ (dpa)

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