Berufspolitik

Hartmannbund wählt neuen Chef

Der Hartmannbund wählt auf seiner Hauptversammlung einen neuen Vorsitzenden. Dr. Klaus Reinhardt gilt als aussichtsreicher Kandidat. Er will sich für weniger Bürokratie einsetzen.

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Will bei der Hauptversammlung in Potsdam neuer Vorsitzender des Hartmannbunds werden: Dr. Klaus Reinhardt.

Will bei der Hauptversammlung in Potsdam neuer Vorsitzender des Hartmannbunds werden: Dr. Klaus Reinhardt.

© HB

KÖLN (iss). Der Hartmannbund (HB) möchte künftig im Chor der ärztlichen Verbände und Körperschaften eine moderierende Rolle übernehmen. "Wir können dazu beitragen, dass die Ärzteschaft politisch mit größerer Geschlossenheit auftritt", sagt der stellvertretende Verbandsvorsitzende Dr. Klaus Reinhardt der "Ärzte Zeitung".

Da der HB Ärzte aus Klinik und Praxis und aus allen Fachgruppen vertrete, sei er für die Moderatoren-Rolle gut geeignet, glaubt Reinhardt.

Außer Reinhardt hat niemand Ansprüche auf das Amt angemeldet

Der 51-jährige Allgemeinmediziner aus Bielefeld - Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe - bewirbt sich bei der Hauptversammlung des Verbands in Potsdam um die Nachfolge von Professor Kuno Winn, der nicht mehr für den Vorsitz kandidiert.

Bislang hat außer Reinhardt niemand Ansprüche auf das Amt angemeldet. Bei der Wahl zum Stellvertreter Reinhardts gilt der HB-Vorsitzende aus Baden-Württemberg Klaus Rinkel als aussichtsreichster Kandidat.

Die aktuelle Resolution der elf ärztlichen Verbände und Organisationen zum spezialärztlichen Sektor sei ein wichtiger Schritt in Richtung größerer Geschlossenheit. Umso ärgerlicher sei es, dass der Deutsche Hausärzteverband sich jetzt gegen die Resolution stelle, sagt Reinhardt.

Größte Herausforderung für den HB: Kampf gegen betriebswirtschaftliche Ausrichtung

Als eine der größten Herausforderungen für den HB sieht er den Kampf gegen die zunehmend betriebswirtschaftliche Ausrichtung des Gesundheitswesens. Die Ärzte in den Praxen und den Kliniken dürften nicht unter dem Druck stehen, die Patientenversorgung ökonomischen Gesichtspunkten unterzuordnen.

"Wenn Klinikärzte Zielvereinbarungen für medizinische Prozeduren erhalten, ist das eine inakzeptable Verwerfung."

 "Daraus ist leider nicht sehr viel geworden"

Die Ärzte seien gefordert, sich in die Debatte mit ihrer ärztlichen Kompetenz und intelligenten Kooperations-Konzepten einzuschalten, sagt er. Mit Kooperationen, die sich an der Patientenversorgung und nicht der Wertschöpfung orientieren, könnten die Mediziner wichtige Gegenmodelle schaffen.

Dabei gehe es um die fach- und sektorenübergreifende innerärztliche Zusammenarbeit ebenso wie um die Kooperation mit anderen Berufsgruppen. "Hier hat die Ärzteschaft noch viel intellektuelle Arbeit zu leisten", sagt er. Zwar habe sich schon der Ärztetag im Jahr 2000 mit der Frage beschäftigt. "Daraus ist leider nicht sehr viel geworden."

Auch die von Winn in den Vordergrund gestellten Themen Freiberuflichkeit und Kostenerstattung will Reinhardt weiter verfolgen. In einem weiteren Themenfeld sieht der Allgemeinmediziner großen Handlungsbedarf: bei der Entschlackung von Gesetzen und Vorschriften im Gesundheitswesen und dem Abbau der überbordenden Bürokratie.

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