Berufspolitik

Hausärztechef Geis will hart in der Sache und verbindlich im Ton sein

Der bayerische Hausärzteverband wählt Dr. Dieter Geis zum Nachfolger des populären, aber umstrittenen Dr. Wolfgang Hoppenthaller. Der ist jetzt Ehrenvorsitzender.

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Zu den Hausarztverträgen nach altem Recht gibt es keine Alternative: Dr. Dieter Geis.

Zu den Hausarztverträgen nach altem Recht gibt es keine Alternative: Dr. Dieter Geis.

© BHÄV

NÜRNBERG (sto). Im Ton verbindlicher, in der Sache jedoch genau so entschlossen - so will der neue Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) Dr. Dieter Geis die Interessen der Hausärzte auch in Zukunft vertreten.

Zu den Hausarztverträgen nach altem Recht gebe es keine Alternative, erklärte Geis nach seiner Wahl. "Dafür werden wir alle gemeinsam mit kompromissloser Härte kämpfen", sagte der 59-jährige Allgemeinarzt aus Randersacker am Mittwochnachmittag bei einer Mitgliederversammlung des BHÄV in der Nürnberger Meistersingerhalle.

Zuvor hatte die Delegiertenversammlung Geis mit 96 von 99 Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Geis war seit 2006 zweiter stellvertretender Landesvorsitzender.

Zum neuen ersten stellvertretenden Landesvorsitzenden wurde Dr. Jakob Berger aus Herbertshofen gewählt. Zweiter stellvertretender Landesvorsitzender wurde Dr. Markus Beier aus Erlangen.

Der 40-jährige wurde den Verbandsmitgliedern als "Hoffnungsträger der Zukunft" vorgestellt. Der langjährige BHÄV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Hoppenthaller wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der Systemausstieg der Hausärzte in Bayern sei am 22. Dezember zwar gescheitert, erklärte Geis. Die zugrundeliegende Analyse sei jedoch richtig gewesen. Die Tatsache, dass mehr als 40 Prozent der Hausärzte bereit waren, ihre Kassenzulassung zurückzugeben, zeige, dass "einiges in diesem System nicht mehr stimmt", sagte Geis.

Hart ging Geis mit der AOK Bayern ins Gericht, die versucht habe, den Hausarztvertrag systematisch auszuhöhlen und die sich auch in den jetzigen Verhandlungen sperrig zeige.

Zwar werde die Mandatierung des Bayerischen Hausärzteverbandes von der AOK nicht angezweifelt, müsse aber eventuell neu nachgewiesen werde. Auch sei zu befürchten, "dass uns die AOK in langwierigen Verhandlungen nicht akzeptable Bedingungen aufdrücken will", sagte Geis.

Notfalls bleibe nur noch der Weg über eine Schiedsamtsregelung. Nachdrücklich appellierte er in diesem Zusammenhang an die Geschlossenheit der Hausärzte. "Nur gemeinsam sind wir stark", sagte der neue Verbandvorsitzende.

Schwerpunkt der Verbandspolitik werde weiterhin an erster Stelle die Vertragspolitik sein, kündigte Geis an. Darüber hinaus müsse aber auch ein Nachdenken über neue Strukturen als Voraussetzung für die Zukunft der Hausarztpraxis einsetzen.

Netzstrukturen seien allerdings nicht geeignet, eine flächendeckende hausärztliche Versorgung sicherzustellen. "Durch die weitere Stärkung der Netzstrukturen und Etablierung neuer Netze würde die Geschlossenheit der Hausärzte in der Vertragsgestaltung erheblich gefährdet und geschwächt", warnte Geis.

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