Berufspolitik

Heimbewohner sind im Netz rund um die Uhr versorgt

Versorgungsmodell der AOK im Rheinland verhindert unnötige Klinikeinweisungen von Patienten aus Alten- und Pflegeheimen.

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AOK Rheinland / Hamburg: Versorgungsmodell soll künftig unnötige Einweisungen in Kliniken für Patienten aus Alten- und Pflegeheimen verhindern.

AOK Rheinland / Hamburg: Versorgungsmodell soll künftig unnötige Einweisungen in Kliniken für Patienten aus Alten- und Pflegeheimen verhindern.

© imago

KÖLN (iss). Mit einem Vertrag zur integrierten Versorgung wollen niedergelassene Ärzte im Rheinland und die AOK Rheinland/Hamburg für eine bessere medizinische Betreuung von Alten- und Pflegeheimbewohnern sorgen. Versorgungsnetze sollen sicherstellen, dass sich niedergelassene Ärzte bei Bedarf auch außerhalb der Praxiszeiten um die Patienten kümmern. Es beteiligen sich bislang 94 Hausärzte, 39 Fachärzte - vor allem Neurologen und Psychiater, Urologen und Orthopäden - sowie 65 Pflegeheime und 24 Krankenhäuser. Das sind vor allem solche mit geriatrischen Abteilungen. Durch die abgestimmte Versorgung sollen unnötige Kurzzeiteinweisungen ins Krankenhaus vermieden werden.

Jeder Krankentransport und jede Einweisung sei für die Patienten mit Strapazen verbunden, sagt Cornelia Prüfer-Storcks, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg. "Durch unser integriertes Versorgungsmodell ersparen wir Patienten diese Belastungen und können eine konstante ärztliche Betreuung durch den behandelnden Hausarzt sichern." Die Kasse hat die niedergelassenen Ärzte jeweils vor Ort rekrutiert. Im Rhein-Erft-Kreis sowie den Städten Köln, Düsseldorf und Essen hat sie das Modell bereits getestet, jetzt soll es nordrhein-weit greifen.

Vorbild ist ein Integrationskonzept der AOK Westfalen-Lippe, das in Witten seinen Anfang genommen hat. Beteiligt sind dort die Ärztliche Qualitätsgemeinschaft Witten, Pflegeheime und ein Krankenhaus. Über eine Anruf- und Berufsbereitschaft stellen Vertragsärzte die Versorgung der Heimpatienten sicher. Dabei arbeiten sie eng mit den Heimmitarbeitern zusammen. "Mit dem Modell ist es gelungen, die Versorgung der Patienten in den Heimen zu verbessern", sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Westfalen-Lippe Martin Litsch. Die Zahl der Klinikeinweisungen ist zurückgegangen. Das Konzept ist auf weitere Regionen ausgerollt worden. "Wenn das Netz gut organisiert ist und sich die Beteiligten an die abgestimmten Verfahrensregeln halten, funktioniert das Modell", sagt Litsch.

Die Wittener Ärzte erhalten zusätzlich zur Vergütung nach EBM pro Quartal und Patient eine Pauschale von 22,50 Euro und zweimal im Jahr 15 Euro für die Hausbesuche zu Unzeiten. Hinzu kommt ein weiteres entscheidendes Element: "Wir beteiligen die Ärzte an den erzielten Einsparungen", berichtet Litsch. Dabei fließen diese Mittel an das Netz, nicht an die jeweiligen Ärzte - um Fehlanreize zu vermeiden. Die AOK Rheinland/Hamburg will sich nicht zur Höhe der Zusatzvergütung äußern. Sei sei "angemessen", heißt es.

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