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Soziale Pflegeversicherung

Heimpflege: Eigenanteile klettern weiter kräftig nach oben

Der Verband der Ersatzkrankenkassen fordert eine Begrenzung des Anstiegs der Pflegekosten. Seinen Berechnungen zufolge muss ein Heimbewohner inzwischen im Schnitt 3.364 Euro monatlich aus eigener Tasche zuschießen.

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Im Vordergrund Tulpen, im Hintergrund eine Pflegekraft, die eine pflegebedürftige Seniorin beim Frühstück unterstützt.

Pflege im Altenheim: Teuer und immer teurer für viele der rund 750.000 Bewohnerinnen und Bewohner.

© Bernd Thissen/dpa

Berlin. Der Druck auf Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), nach der gesetzlichen Krankenversicherung auch die soziale Pflegeversicherung (SPV) zu reformieren, wächst. „Wir brauchen eine Begrenzung des Kostenanstiegs“, sagte die Vorstandschefin beim Verband der Ersatzkrankenkassen (vdek), Ulrike Elsner, am Dienstag.

Elsner verwies dazu auf eine aktuelle Auswertung des Verbandes zu den Eigenbeteiligungen in den rund 11.600 vollstationären Pflegeheimen. Bewohner und Bewohnerinnen zahlen demnach im ersten Jahr im Schnitt 3.364 Euro im Monat aus der eigenen Tasche. Das sind 256 Euro mehr als im Vorjahr.

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Die Kosten setzen sich zusammen aus dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die pflegerische Versorgung, Ausbildungskosten in der Pflege, Investitionskosten für die Pflegeeinrichtung sowie Kosten für Verpflegung und Unterkunft. Die Daten zeigen dabei einen besonders hohen Anstieg beim EEE. Dieser stieg im letzten Jahr um mehr als zwölf Prozent – von 1.583 Euro pro Monat im ersten Aufenthaltsjahr auf 1.775 Euro.

„Faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile“

Bei den Zuzahlungen zeigt sich laut Analyse der Ersatzkassen eine große regionale Spreizung: So liegt die Eigenbeteiligung in Sachsen-Anhalt aktuell mit durchschnittlich 2.891 Euro im Monat im ersten Aufenthaltsjahr am niedrigsten und in Bremen mit im Schnitt 3.761 Euro am höchsten.

Dass die Kosten so stark variierten, hänge unter anderem am „ungleichen Engagement der Länder bei den Investitionskosten und unterschiedlichen Personalkosten“ zusammen, schreibt der vdek.

Die Pflegereform müsse eine „faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile“ erreichen, forderte Verbandschefin Elsner. Auch die Länder müssten endlich liefern. Investitionskosten seien Ländersache und müssten „endlich auch vollumfänglich von diesen getragen werden“, so Elsner. Dasselbe gelte für die Ausbildungskosten.

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Der Chef des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP), Thomas Greiner, erklärte, steigende Eigenanteile dürften nicht länger behandelt werden wie ein Naturgesetz. Pauschale Vergütungsdeckel für die Einrichtungen seien keine Lösung, Kosten auf Pflegebedürftige abzuwälzen aber auch nicht, spielte Greiner auf den Reformentwurf Warkens an. „Statt eine kostengünstigere Pflege zu ermöglichen, wird sie politisch verteuert – damit muss Schluss sein.“

Der Entwurf des BMG für ein Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) liegt seit Ende Mai vor. Die Kabinettsbefassung mit dem Entwurf hatte sich zuletzt wiederholt verzögert. Dem Vernehmen nach könnte es sogar erst im September etwas damit werden.

Geplant ist, dass die Reform zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Beseitigt werden soll damit auch ein Defizit, das Warken für die nächsten beide Jahre auf rund 22,5 Milliarden Euro beziffert hat. (hom)

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