Hoher Anteil von Migrantenkindern prägt die Pädiatrie

MANNHEIM(ras). Der hohe Ausländeranteil unter pädiatrischen Patienten hat auch fachliche und soziale Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendmedizin.

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Davon ist Professor Hansjosef Böhles aus Frankfurt überzeugt, Präsident der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die vom 3. bis 6. September in Mannheim stattfindet.

Rund vier Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland haben zumindest einen ausländischen Elternteil. Jedes vierte Neugeborene ist das Kind nicht-deutscher Eltern. In Mannheim wird daher das Thema "Migrantenmedizin" ein Schwerpunktthema der diesjährigen Jahrestagungen der DGKJ und auch der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) sein.

Den Kongress-Organisatoren ist das deshalb wichtig, weil bei ausländischen Kindern tatsächlich andere Gesundheitsprobleme auftreten als bei Kindern mit deutschen Eltern.

So gibt es beispielsweise besondere angeborene Stoffwechselerkrankungen, die vorwiegend bei Kindern aus der Türkei, aus dem Nahen und Fernen Osten und aus Marokko anzutreffen sind. Der Grund: die in diesen Regionen noch häufigen Verwandten-Ehen. Tuberkulose ist bei unter Fünfjährigen mit Migrationshintergrund fast achtmal so häufig wie bei deutschen Kleinkindern.

Die Kenntnis der kulturellen Besonderheiten und ihre Berücksichtigung bei der Behandlung habe entscheidenden Einfluss auf den Verlauf einer Therapie, so Böhles.

So könne eine mangelnde Compliance bei Migrantenkindern auch daran liegen, dass die Krankheit als schicksalshaft angesehen werde. Dann sei die kulturelle Kompetenz eines Kinder- und Jugendarztes besonders gefordert.

Lesen Sie dazu auch: Ältere Migranten häufiger krank

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