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Adipositas

IV-Programm in Brandenburg setzt auf Hausärzte

Klettert der BMI über 30, so gelten übergewichtige Personen als dringend behandlungsbedürftig. Ein neues Programm in Brandenburg soll Adipositas-Patienten langfristige Erfolge bringen.

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:
Brandenburger bringen überdurchschnittlich viel auf die Waage. Für die Schwerstgewichte unter ihnen gibt es nun ein neues Versorgungsprogramm.

Brandenburger bringen überdurchschnittlich viel auf die Waage. Für die Schwerstgewichte unter ihnen gibt es nun ein neues Versorgungsprogramm.

© Siegel / Fotolia

POTSDAM / TELTOW. Für Adipositas-Patienten in Brandenburg gibt es jetzt ein spezielles Versorgungsprogramm. Die AOK Nordost hat dazu einen Vertrag der Integrierten Versorgung mit der Havelland Kliniken GmbH geschlossen.

Es ist nach Angaben der Kasse der erste Vertrag seiner Art im Flächenland Brandenburg. Die ersten Patienten sollen die Behandlung noch im Januar beginnen.

"Ich bin überzeugt, dass es uns mit diesem neuen Vertrag gelingt, einen dringend notwendigen Schritt bei der Adipositasversorgung zu gehen", so Harald Möhlmann, Geschäftsführer Versorgungsmanagement bei der AOK Nordost.

Die Vorteile aus seiner Sicht: vernetzte Diagnostik und Therapie, individuelle Betreuung verbunden mit dem Selbstmanagement der Patienten und Versorgung aus einer Hand.

Mitwirkung bei der Nachsorge

In das Programm werden Hausärzte eingebunden. Das Adipositas-Zentrum der Havelland Kliniken will im Rahmen des Programms künftig intensiver mit ihnen kooperieren.

Sie sollen bei der konservativen Behandlung übergewichtiger Patienten und vor allem bei der Nachsorge mitwirken. In erster Linie geht es um Patienten mit einem großen Übergewicht und einem Bodymaßindex über 40 oder über 35 mit Folgeerkrankungen.

Das Behandlungsteam im Adipositas-Zentrum der Kliniken in Nauen und Rathenow wird von Ernährungsmedizinern geleitet. Sie kooperieren mit anderen Gesundheitsberufen wie Ernährungswissenschaftlern, Sporttherapeuten und Psychologen.

Mit jedem Patienten wird ein individuelles Therapieziel vereinbart.

Die Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie soll dauerhafte Impulse für einen gesunden Lebensstil geben. Das Programm ist entweder auf zwölf oder auf sechs Monate angelegt.

Um den Erfolg langfristig zu sichern, werden anschließend Nachsorgen in Abständen von sechs Monaten an den Klinikstandorten angeboten. Die AOK Nordost betont, dass dabei der Hausarzt der erste Ansprechpartner für die Patienten bleibt.

Die Kasse verweist zudem darauf, dass die Brandenburger laut Statistik mehr Gewicht auf die Waage bringen als die Menschen in den meisten anderen Bundesländern.

56,2 Prozent der Menschen in der Region Nordost mit den Bundesländern Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind demnach übergewichtig, davon 18,9 Prozent mit einem BMI über 30.

Nur in Thüringen und Sachsen ist der Gesamtanteil der Übergewichtigen mit 57 Prozent den Angaben zufolge noch höher.

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