Arzneimittelpolitik

Informationen auf Beipackzetteln sollen objektiv sein

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BRÜSSEL (spe). Ärzte, Apotheker und Krankenkassen lehnen die geplante EU-Richtlinie zur Information der Öffentlichkeit über verschreibungspflichtige Medikamente in ihrer jetzigen Form ab. Das haben die jeweiligen Spitzenverbände in einer gemeinsamen Erklärung deutlich gemacht.

Die Angehörigen der Heilberufe und die Vertreter der Krankenkassen kritisieren vor allem die mögliche mangelnde Objektivität der Informationen durch die pharmazeutische Industrie sowie den geplanten Umfang der Informationsinhalte und die unzureichenden Kontrollmechanismen.

"Ziel eines europäischen Rechtsrahmens muss es sein, die Patientensouveränität durch transparente, verständliche und objektive Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel im Sinne eines Beipackzettels Plus zu stärken", so der Vorstandsvize der KBV Dr. Carl-Heinz Müller.

Bei den Abgeordneten des EU-Parlaments konnten sich die Verbandsvertreter mit der Forderung den Kommissionsvorschlag zurückzuweisen zwar nicht durchsetzen, auf Interesse stieß aber die Idee, die Lesbarkeit der Packungsbeilagen zu verbessern und die Beipackzettel um eine so genannte Drug Facts Box zu erweitern. Diese soll in tabellarischer Form über Indikationen, Kontraindikationen sowie erwünschte und unerwünschte Wirkungen eines Medikaments informieren.

Auch sollen die Patienten über das absolute Risiko, an einer Nebenwirkung zu erkranken, aufgeklärt werden. Darüber hinaus forderten die Verbände, die Angehörigen der Heilberufe stärker als bisher in die Informationsvermittlung einzubinden.

Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, sprach sich für die Einrichtung einer EU-weiten Datenbank von Beipackzetteln aus, auf die Ärzte, Apotheker und Patienten gleichermaßen Zugriff haben sollten. Auch sei es erforderlich, dass nur Informationen ins Internet gestellt werden dürften, die vorab behördlich genehmigt worden seien, so die Spitzenverbände.

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