Schleswig-Holstein

KV pocht auf einen Nachschlag

Veröffentlicht:

Ein Kieler Gutachten legt nahe, dass die Kassen mehr Geld aus dem Fonds erhalten als sie für die Versorgung ausgeben. Die KV Schleswig-Holstein will jetzt einen Nachschlag von 36,5 Millionen Euro.

BAD SEGEBERG. Die gesetzlichen Krankenkassen stellen das Geld, das sie für die Versorgung aus dem Gesundheitsfonds erhalten, nicht in jedem Bundesland eins zu eins zur Verfügung.

Die KV Schleswig-Holstein sieht allein für den Norden eine Lücke von 36,5 Millionen Euro, über die sie mit den Kassen verhandeln will.

Fehlbetrag von 36,5 Millionen Euro

Grundlage der Forderung ist ein Gutachten des Kieler Instituts für Mikrodatenanalyse im Auftrag der KV. Darin hat Institutsleiter Dr. Thomas Drabinski die beiden Morbimodelle von Bundesversicherungsamt und Bewertungsausschuss verglichen.

Das erste entscheidet über die Zuweisungen der Krankenkassen aus dem bundesweiten Gesundheitsfonds, das zweite ermittelt Empfehlungen für die Wachstumsrate der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung, die im Zuge der regionalen Verhandlungen zwischen KVen und Krankenkassen jährlich zu vereinbaren ist.

Ergebnis: Die Kassen bekommen aus dem Gesundheitsfonds rechnerisch mehr Geld für ihre Versicherten zugewiesen, als sie auf Landesebene für die ambulante Versorgung weitergeben. In Schleswig-Holstein beläuft sich der Fehlbetrag 2013 laut Gutachten auf rund 36,5 Millionen Euro.

"Krankenkassen keine Sparkassen"

KV-Chefin Dr. Monika Schliffke pocht darauf, dass die Kassen das erhaltene Geld auch zur Verfügung stellen. "Krankenkassen sind keine Sparkassen", sagte Schliffke.

Drabinski schlägt vor, die beiden Modelle zu verändern und aufeinander abzustimmen: "Nur dann kann sichergestellt werden, dass die Finanzmittel des Gesundheitsfonds zielgenau für die ambulante Versorgung der Patienten zur Verfügung stehen."

Die KV forderte, das Morbi-Modell des Instituts des Bewertungsausschusses aufzulösen. Die aus diesem Modell resultierende Benachteiligung in der Honorarbemessung sei für die Ärzte im Norden inakzeptabel.

Die KV kündigte an, dies in den Verhandlungen mit den regionalen Krankenkassen zum Ausdruck zu bringen. Nicht untersucht wurde, ob auch andere KVen durch die unterschiedlichen Modelle benachteiligt werden.

Drabinski hält dies in Ländern mit vergleichbarer Morbiditätsstruktur wie Schleswig-Holstein für möglich. (di)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie eine Gynäkologin ihre Krebserkrankung in einem Comic verarbeitet

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Lesetipps
Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Ein Mann zieht an einem riesigen Virus.

© freshidea / stock.adobe.com

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein