Berufspolitik

Kammer-Chef Gadomski will im Amt bleiben

Der saarländische Ärztekammer-Präsident Dr. Franz Gadomski will trotz der Betrugsvorwürfe gegen ihn im Amt bleiben.

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SAARBRÜCKEN (kin). "Ich will weitermachen - aber sicher", erklärte er nach einer Dringlichkeitssitzung der Ärztekammer-Vertreterversammlung am Mittwochabend in Saarbrücken. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 67-Jährigen. Wie die KV bestätigte, hat die Anklagebehörde bei der KV Unterlagen angefordert. Anlass ist eine Anzeige der KKH-Allianz gegen bundesweit rund 240 Ärzte. Im Saarland sollen 18 Ärzte betroffen sein. Der Vorwurf: Die Vertragsärzte hätten Vorsorge-Untersuchungen zu häufig abgerechnet, den vorgeschriebenen Zwei-Jahres-Rhythmus nicht eingehalten. Allein an der Saar sollen so knapp 170 000 Euro zuviel abgerechnet worden sein.

"Ich habe die Beanstandungen als richtig anerkannt", räumte Kammer-Präsident Gadomski nach der Sitzung ein. Er habe für vier Jahre insgesamt 11 967 Euro zurückgezahlt. Zugleich wies er den Betrugsvorwurf zurück. "In betrügerischer Absicht wurde das von mir nicht gemacht", sagte Gadomski. Alle abgerechneten Vorsorgen seien auch tatsächlich vorgenommen worden. Grund für die falsch abgerechneten Vorsorge-Untersuchungen seien die missverständlichen Vorschriften. "Die habe ich falsch interpretiert", so Gadomski. Auch der KV-Vorsitzende Dr. Gunter Hauptmann räumte ein, dass die Vorschriften kompliziert seien. Probleme bei der Abrechnung kämen "nicht selten" vor.

Kritiker des Kammer-Präsidenten verwiesen aber darauf, dass die große Mehrheit der Vertragsärzte die Vorsorge-Untersuchungen korrekt abrechne. Ausgerechnet für Gadomski, der auch Vorsitzender des Bundesärztekammer-Ausschusses "Gebührenordnung für Ärzte" (GOÄ) ist, sei die Materie dagegen missverständlich. Gadomski verteidigte sich: "Dass ich GOÄ-Ausschuss-Vorsitzender bin, impliziert aber nicht, dass ich auch den EBM gut kenne".

Die Sitzung war auf Drängen von einem Drittel der VV zustande gekommen. Sie hatten in einem Brief an den Kammer-Präsidenten erklärt, man wolle damit "weiteren Schaden von der saarländischen Ärzteschaft abwenden". Gadomski selbst hatte zunächst nur die Listenführer im Parlament über die Vorwürfe gegen ihn informieren wollen. "Ich bin davon ausgegangen, dass diese dann ihre Mitglieder weiter informieren", sagte der Kammer-Chef.

Die Vertreterversammlung am Mittwochabend fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mit 36 zu 24 Stimmen hatte die Versammlung zum Auftakt entschieden, die Journalisten aus dem Saal zu bitten. Der Anwalt Gadomskis, der Saarbrücker Rechtsanwalt Professor Egon Müller, durfte dagegen teilnehmen. Das Kammer-Vorstandsmitglied Dr. Eckart Rolshoven und der Sprecher der Liste "Freie Ärzte", Dr. Thomas Kajdi, hatten dafür geworben, die Journalisten im Saal zu lassen. "Es war doch die Öffentlichkeit", erklärte Kajdi, "die die Ärzte erst über die Vorwürfe gegen den Kammer-Präsidenten informiert hat".

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