Krankenkassen

Kassen greifen den Bürgern tiefer in ihre Taschen

BERLIN (eb/dpa). Gesundheit wird teurer. Fast jede zweite gesetzliche Krankenkasse hat im ersten Halbjahr die Beitragssätze erhöht. Die Ersatzkassen rechnen nun sogar für 2009 mit einem Einheits-Satz von 15,8 Prozent.

Veröffentlicht:

Nach einer Analyse des Internetportals "Krankenkassen.de". haben 95 der 205 Kassen in diesem Jahr ihre Beitragssätze erhöht. Über 17,5 Millionen Menschen sind davon betroffen. Als Gründe für die Beitragssteigerungen wurden häufig stark gestiegene Ausgaben im Gesundheitswesen genannt. Einige Kassen versprechen sich durch verbesserte Finanzen eine gute Ausgangsposition für die Zeit nach dem Start des Gesundheitsfonds am 1. Januar 2009.

In diesem zusammenhang erwartet der VdAK einen Einheitsbeitragssatz von 15,8 Prozent. Dieser Beitrag sei notwendig, wenn die politischen Zusagen an die Vertragsärzte und die Krankenhäuser realisiert werden sollen, so VdAK-Chef Thomas Ballast. So ist es inzwischen politischer Konsens, dass das Honorarvolumen der Vertragsärzte im kommenden Jahr um 2,5 Milliarden Euro steigen soll.

15,8 Prozent - so teuer kann Gesundheit ab 2009 werden.

In den ersten sechs Monaten erhöhten vor allem Betriebskrankenkassen und einige Ersatzkassen ihre Beiträge. Die größte Steigerung meldete die Continentale BKK. Ihre Mitglieder zahlen seit 1. Mai 14,5 Prozent, 1,4 Punkte mehr als vorher. Die zweitgrößte Erhöhung gab es bei der Bahn BKK. Dort stieg der Beitrag zum 1. Januar um 1,3 Punkte auf 14,3 Prozent. Mit 600 000 Versicherten gehört die Bahn BKK zu den größten Betriebskrankenkassen in Deutschland.

Auch die Techniker Krankenkasse, mit sechs Millionen Versicherten eine der größten deutschen Krankenkassen, hat ihren Beitragssatz 2008 erhöht. Er stieg um 0,3 Punkte auf 13,8 Prozent. Weitere große Kassen, die 2008 ihre Beitragssätze steigerten, sind die Gmünder Ersatzkasse GEK (+0,7), die Taunus BKK (+0,7), die IKK-Direkt (+0,4), die BKK Mobil Oil (+0,4) und die AOK Berlin (+0,3). Als Ergebnis der Welle von Beitragssatzerhöhungen zum 1. Juli 2008 erreichte das Preisniveau bei den gesetzlichen Krankenkassen einen Rekordstand.

Eine kleine Minderheit von Versicherten kann sich 2008 über geringere Beiträge freuen. Die früheren Versicherten der AOK Thüringen zahlen seit der Fusion mit der AOK Sachsen statt 13,6 auf 12,9 Prozent. Am stärksten ermäßigte die BKK Autoclub ihren Beitragssatz. Ihre Mitglieder zahlen seit dem 1. Juli mit 13,4 Prozent einen halben Prozentpunkt weniger. Die günstigste offene Krankenkasse ist derzeit die IKK-Sachsen mit einem Beitragssatz von 11,8 Prozent. Am teuersten ist es bei der City-BKK. Ihre Mitglieder zahlen 16,5 Prozent.

Mehr zum Thema

Fehlende Verkehrstauglichkeit?

Gericht: Auch Blinde können mit Elektrorollstuhl umgehen

Kassenzuschuss

Spahn legt sieben Milliarden Euro für die GKV nach

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der Wunsch nach Hilfe bei der Selbsttötung, ist bei Patienten im Pflegeheim keine Seltenheit. Ärzte und Pfleger sollten sich im Team besprechen und das Vorgehen unbedingt dokumentieren.

© rainbow33 / stock.adobe.com (Symbolbild)

Leitfaden für Ärzte

Sieben Tipps zum Umgang mit dem Wunsch nach assistiertem Suizid

Noch ist er violett: Für die neue Formulierung von ComirnatyTextbaustein: war wird der Deckel eine andere Farbe haben.

© Sina Schuldt / dpa

Neue Formulierung

Comirnaty®-Handhabung wird für Praxen bald leichter

BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt betont: Ärzte arbeiten nicht gern im ruinösen Wettbewerb.

© Wolfgang Kumm / dpa / picture alliance

Im Vorfeld des 125. Ärztetags

Bundesärztekammer stellt zwölf Forderungen an künftige Regierung