Kopftuchverbot in Praxis wieder aufgehoben

Arzt aus dem hessischen Wächtersbach entschuldigt sich bei islamischen Patienten.

Veröffentlicht:
Auch muslimische Frauen mit Kopftüchern dürfen ab sofort wieder in die Wächtersbacher Praxis.

Auch muslimische Frauen mit Kopftüchern dürfen ab sofort wieder in die Wächtersbacher Praxis.

© Kai Koehler / fotolia.com

FRANKFURT/MAIN (Smi). Ein Hausarzt verhängte in seiner Praxis ein Kopftuchverbot und erntete Kritik von allen Seiten. Jetzt hat sich der Wächtersbacher Allgemeinmediziner bei seinen muslimischen Patienten entschuldigt.

"Ich sehe heute deutlicher, dass ich mit den Formulierungen über das Ziel hinausgeschossen bin und Menschen verletzt habe", schreibt Dr. Rainer Peters in einem Brief, den er in seinen Praxisräumen ausgehängt hat. "Das habe ich so nicht beabsichtigt. Dass Menschen einen anderen Glauben haben, war und ist mir niemals ein Hindernis gewesen, sie zu behandeln."

Peters hatte in seiner Praxis ein "striktes Verbot von Kopftüchern bei islamistischen Frauen und Mädchen" verhängt und kinderreichen Familien sogar die Behandlung ganz verweigert (wir berichteten). "Ich habe mich in meiner Wortwahl vergaloppiert", gab der Arzt nun bei einem Runden Tisch im Wächtersbacher Rathaus zu, über den das "Gelnhäuser Tagblatt" berichtet. Vertreter muslimischer Verbände akzeptierten die Entschuldigung des Arztes.

Die KV prüft dennoch weiter, ob sie ein Disziplinarverfahren gegen Peters einleiten wird. Seine Entschuldigung sei zwar "ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte KV-Sprecher Karl Roth zur "Ärzte Zeitung". "Trotzdem müssen wir den Vorgang prüfen und warten jetzt die Stellungnahme des Arztes ab."

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Abgabehonorar

Apothekerpräsident Preis kündigt „Frühling der Proteste“ an

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten