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"Landtage" sollen Nachwuchs aufs Land locken

In Baden-Württemberg kämpfen die Bürgermeister gegen den Hausärztemangel in ihren Regionen. Für Weiterbildungsassistenten gibt es nicht nur Finanzielles zu holen.

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HEIDELBERG (mm). Mindestens einen Tag müssen angehende Hausärzte in Baden-Württemberg auf dem Land verbringen, um sich über das Leben und Arbeiten in ländlichen Regionen zu informieren.

Dies gilt zumindest für diejenigen 230 Weiterbildungsassistenten, die derzeit bei dem Programm "Verbundweiterbildung plus" des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin Baden-Württemberg eingeschrieben sind.

"Wir wollen schon bei den Assistenzärzten für uns und unsere Gemeinden werben", berichtet Johannes Stingl, Beigeordneter des Gemeindetages, bei einer Fachtagung des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin in Heidelberg.

Gespräche zwischen jungen Ärzten und Kommunalpolitikern haben schon bei einem solchen "Landtag" in Villingen-Schwenningen und Sigmaringen stattgefunden.

"Nach meinem Besuch bei Kommunalpolitikern hatte ich plötzlich einige Visitenkarten in meiner Brieftasche", so Weiterbildungsassistent Dr. Marco Roos. Es sei für beide Seiten wichtig, früh in Kontakt zu kommen.

Bürgermeister wollen hausärztliche Versorgung sichern

Bei einer Befragung des Kompetenzzentrums haben im Mai 2011 von fast 700 Bürgermeistern in Baden-Württemberg 90 Prozent betont, dass sie es als ihre Aufgabe ansehen, die hausärztliche Versorgung ihrer Region zu sichern.

16 Prozent gaben an, dass eine Praxis in ihrer Gemeinde bereits aufgrund Nachfolgermangel habe geschlossen werden müssen.

Um Ärzte für ihre Gemeinde zu gewinnen, sind die Gemeinden bereit, die Bewerber beispielsweise bei der Suche von Räumlichkeiten zu unterstützen, so Stingl.

Ministerialdirigent Hartmut Alker vom Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz weist auf die Investitionsförderung der Landesregierung hin: "Wir stellen Landärzten bei der Errichtung ihrer Praxen in unterversorgten Regionen Zuschüsse bis zu 20 Prozent in Aussicht", berichtet er.

Bezuschusst würden alle für den medizinischen Betrieb einer Praxis notwendigen Investitionen einschließlich der Räumlichkeiten und ihrer Renovierung.

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