Kommentar

Mehr Einfluss für Patienten im GBA?

Von Bülent Erdogan Veröffentlicht:

Sie sind die Herren über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung: Ärzte, Kliniken und Kassen im Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Von oben wacht das Bundesgesundheitsministerium über die oft in harten Auseinandersetzungen getroffenen Entscheidungen. Mitten drin und doch am Katzentisch sitzen bislang jene, um die es in der Gesundheitsversorgung gehen soll: die Patienten. Deren Vertreter im GBA fordern seit längerem zumindest in Verfahrensfragen ein Stimmrecht.

Auf den ersten Blick erscheint der Wunsch nach mehr Mitsprache im GBA nur plausibel. Schließlich sind die Patienten in der Regel auch Beitragszahler. Zudem passt es nur schwer zum allerorten gemalten Bild des mündigen Bürgers, dass diesem von einem fernen Gremium Entscheidungen übergestülpt werden - auch wenn Ärzte und Kassen beteuern, dass sie stets nur zu seinem Besten handeln.

Auf den zweiten Blick kommen jedoch Zweifel auf: Wie gemeinwohlorientiert können Selbsthilfegruppen entscheiden, wenn es für ihre Patienten vielleicht um den letzten, therapeutisch aber umstrittenen Strohhalm geht? Würden die Patientenvertreter der Versuchung widerstehen, einen von ihnen mitgetragenem GBA bei negativen Entscheidungen über den Protest auf der Straße unter Druck zu setzen? Die Befürworter eines Stimmrechts haben noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Lesen Sie dazu auch: Patienten wollen stärker einbezogen werden Patientenvertreter stoßen mit Forderung nach Stimmrecht im GBA auf taube Ohren

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