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Mitten in Berlin werden Ärzte rar

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BERLIN (ami). Nachwuchsmangel bei Hausärzten ist nicht mehr auf ländliche Regionen begrenzt. Er macht sich auch in Teilen der Hauptstadt bemerkbar. Hausärzte im Berliner Problembezirk Neukölln fürchten, keine Nachfolger für ihre Praxen zu finden.

"Viele Kollegen in Neukölln werden Mühe haben, ihre Praxis in Zukunft zu veräußern. Ein Nachwuchsmangel bahnt sich schon jetzt an", sagt der Hausarzt-Internist Jürgen David aus einer Gemeinschaftspraxis in Neukölln.

Erstmals mussten David und seine Kollegen lange nach einem Weiterbildungsassistenten suchen. "Es gab zunächst keine einzige Bewerbung auf unsere Anzeige", sagt der Hausarzt.

Vor zwei Jahren hätten sich noch etwa 20 Assistenten auf eine Stelle beworben, und in den 90er Jahren seien sogar rund 100 Bewerber auf eine Stelle gekommen, so David. Die Erfahrungen des Neuköllner Allgemeinmediziners stimmen mit den Ergebnissen der jüngsten Arztzahlstudie von KBV und Bundesärztekammer überein. Sie zeigt, dass die Versorgungslücken nicht mehr nur auf ländliche Regionen in den neuen Ländern begrenzt sind.

Der Versorgungsgrad bei Hausärzten ist in Neukölln mit 103 Prozent noch ausreichend. Dagegen geraten manche Facharztgruppen bereits in die Nähe der Unterversorgung. Davon wird dann gesprochen, wenn bei einer Facharztgruppe eines Planungsbereiches der Versorgungsgrad von 50 Prozent unterschritten wird.

Laut Statistik der KV Berlin fehlen in Neukölln vor allem Hautärzte, Radiologen und Anästhesisten. Eine mögliche Lösung sehen die Beteiligten jedoch weniger in einer Änderung der Bedarfsplanung, als in einer gezielten Steuerung der Honorare.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Genauer Blick auf Ärzte im Kiez nötig

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