Berufspolitik

Müller verbindet mit Richtgrößen eigenes Schicksal

BERLIN (vdb/af). KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller fordert die Abschaffung der Richtgrößen bei Arznei- und Hilfsmitteln - und schließt persönliche Konsequenzen nicht aus.

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Dr. Carl-Heinz Müller: "Um zwei Prozent der Ärzte in einen Regress zu bekommen, muss ich 100 Prozent bedrohen. Ist das das richtige Mittel?"

Dr. Carl-Heinz Müller: "Um zwei Prozent der Ärzte in einen Regress zu bekommen, muss ich 100 Prozent bedrohen. Ist das das richtige Mittel?"

© KBV

Die Richtgrößen beizubehalten sei paradox, sagte Müller der "Ärzte Zeitung". Die Verordnungseinschränkungen seien ein Widerspruch zum Sicherstellungsauftrag. Seine Forderung verband der für die Hausärzte zuständige KBV-Vorstand mit Rücktrittsgedanken.

Die Arzneimittelregresse behinderten die Kassenärztlichen Vereinigungen in ihrem Auftrag, die ärztliche Versorgung sicherzustellen. Junge Kollegen ließen sich nicht zur Niederlassung motivieren, solange das Damoklesschwert der Regresse über ihnen schwebe.

"Für mich als Vorstand stellt sich daher die Sinnfrage", sagte Müller. Die Politik messe die Arbeit der KVen und der KBV daran, ob sie den Sicherstellungsauftrag erfüllten.

"Wir als KV-System werden in vier, fünf Jahren von der Politik den Vorwurf bekommen, ihr könnt für die Sicherstellung nicht mehr gerade stehen, weil ihr keine jungen Kollegen mehr in die Praxen bekommt", sagte Müller.

Das schließt Müller nicht aus. Als Beleg führte Müller die Ergebnisse einer Umfrage der KBV und des Medizinischen Fakultätentages unter Medizinstudierenden an.

Sie habe ergeben, dass Richtgrößen und Regresse Haupthindernisse für die Niederlassung seien. Der Regierungsplan entschärft das Regressrisiko zum Teil, indem bei erstmaliger Richtgrößenüberschreitung der betroffene Arzt nur beraten wird.

Lesen Sie dazu auch: Müller: Regresse verstärken Ärztemangel

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