Gesundheitswesen

Norddeutsche kritischer als der Rest der Republik

Fast jedes fünfte Nordlicht will das Gesundheitswesen grundlegend reformieren. Aber ein großer Teil spricht sich auch für die Beibehaltung des Solidarsystems aus.

Veröffentlicht:

KIEL. Norddeutsche beurteilen das Gesundheitssystem kritischer als die übrigen Bundesbürger. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Demnach stellen laut TK 18 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern das Gesundheitssystem grundlegend in Frage. Zudem sprechen sie sich für umfassende Reformen aus.

 Bundesweit waren nur 13 Prozent dieser Meinung. Dass das System nur an einigen Stellen reformiert werden müsste, meinten im Norden 72 Prozent, bundesweit dagegen 77 Prozent der Befragten.

Für die Mehrheit der Teilnehmer an der Umfrage spielt die Behandlungsqualität eine größere Rolle als die Kosten.

So würden nach Angaben der TK 64 Prozent der Norddeutschen für die weitere Teilhabe am medizinischen Fortschritt höhere Krankenkassenbeiträge in Kauf nehmen.

Jeder zweite würde auch für den gleichen Leistungsumfang höhere Kosten akzeptieren. Im Bundesdurchschnitt lag dieser Wert nur bei 44 Prozent.

Die Beibehaltung des Solidarsystems scheint den Menschen im Norden wichtiger zu sein als dem Rest der Republik. 54 Prozent sprechen sich hier für eine Beibehaltung aus, auch wenn höhere Beiträge zu erwarten seien. Bundesweit waren nur 50 Prozent dieser Auffassung

Offenbar sind die Norddeutschen aber auch eher bereit, Wettbewerb im Gesundheitswesen zu akzeptieren (58 zu 52 Prozent). 64 Prozent hoffen, dass durch mehr Wettbewerb die Qualität steigen werde, bundesweit verknüpfen nur 61 Prozent diese Hoffnung damit.

Äußerst zufrieden zeigen sich die Norddeutschen mit ihren Ärzten. 73 Prozent waren mit ihrem letzten Arztbesuch vollkommen einverstanden. Im gesamten Bundesgebiet waren 70 Prozent dieser Meinung.

Gut zurecht kommen die Nordlichter auch mit den angebotenen Sprechzeiten. Mit 71 Prozent zeigten sich hier deutlich mehr Patienten zufrieden als im Bundesdurchschnitt (62 Prozent). An der Umfrage haben laut TK bundesweit 2001 Erwachsene teilgenommen. (chb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Rita Süssmuth steht in ihrem Büro im Deutschen Bundestag.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Nachruf

Rita Süssmuth: Kämpferin gegen Diskriminierung