Asklepios Klinik

Parchim bangt um Pädiater – Landtag ratlos

In der Pädiatrie fehlen Ärzte. Der Landtag ist machtlos.

Veröffentlicht: 22.11.2019, 16:09 Uhr

Schwerin. Keine Fortschritte, nur unterschiedliche Lösungsvorschläge für den Erhalt der Pädiatrie an der Asklepios Klinik Parchim: Die Landtagsdebatte in Schwerin zur stationären Versorgung in Parchim zeigte die geringen Einflussmöglichkeiten der Landespolitik bei regionalen Versorgungsproblemen.

Hintergrund sind seit Monaten anhaltende Probleme des privaten Klinikbetreibers, die Abteilung mit Pädiatern zu besetzen. Die Kinderstation musste deshalb geschlossen werden. In Parchim hatte die angespannte Situation schon zu unterschiedlichen Initiativen der Bevölkerung und zu Demonstrationen geführt. Die Landtagsparteien reagieren darauf mit unterschiedlichen Vorschlägen. Die CDU sieht die Ursachen der Probleme nicht in der privaten Trägerschaft.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Sebastian Ehlers, sagte: „Kinderärzte fehlen überall. Deswegen hilft dem Standort Parchim auch keine langatmige Kapitalismuskritik weiter.“ Ehlers setzt auf langfristige Lösungen durch erhöhte Ausbildungskapazitäten und attraktivere Bedingungen für Pädiater.

Linke wollen Ärztepool

Den Linken reichen solche Absichtserklärungen nicht. Sie fordern die Bildung eines Ärztepools unter dem Dach der Landeskrankenhausgesellschaft. Darin könnten nach Ansicht des Gesundheitsexperten Torsten Koplin pensionierte Mediziner gelistet werden, die bei Bedarf vorübergehend aushelfen.

Koplin möchte auch prüfen lassen, ob kubanische Ärzte für Praktika in Parchim gewonnen werden können. Seine Fraktionskollegin Jaqueline Bernhardt warf der Klinikleitung in Parchim vor, „dass sie sich unwillig zeigt, aus eigener Kraft die Personalengpässe zu überwinden“. Sie erinnerte Asklepios an den Versorgungsauftrag in Parchim.

Die Linken sehen das über Parchim hinausgehende Problem in der stationären Pädiatrie. Sie regen deshalb an, die Kinder- und Jugendmedizin vom DRG-System abzukoppeln und eine Selbstkostenerstattung einzuführen.

Die Sozialdemokraten sehen Asklepios und das Gesundheitsministerium gefordert, sich gezielt um die Rückgewinnung von Personal zu bemühen. Außerdem sollen mögliche Kooperationen mit anderen Standorten geprüft werden, heißt es. (di)

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