Parkinson-Nurses entlasten Ärzte

Parkinson-Patienten sind für Krankenhäuser eine große Herausforderung. Das Neurologische Zentrum in Bad Segeberg reagiert auf diesen besonderen Betreuungsbedarf - mit speziell geschulten Parkinson-Nurses, die Ärzte entlasten können.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Menschen mit Parkinson benötigen besondere Zuwendung.

Menschen mit Parkinson benötigen besondere Zuwendung.

© Foto: Klaro

Kliniken müssen den Tagesablauf von Parkinson-Patienten minutiös planen: Medikamente müssen sechs bis sieben Mal pro Tag punktgenau verabreicht werden und sämtliche Therapien müssen aufeinander abgestimmt sein. Zugleich sollten sich die Pflegekräfte bei Körperpflege, Essen und Therapien auch an den Befindlichkeiten der Patienten orientieren. Die oftmals starren Tagesabläufe in vielen Krankenhäusern lassen dies aber kaum zu.

Deshalb gibt es bundesweit inzwischen rund 40 Zentren, die sich auf diese Patientengruppe spezialisiert haben. Doch auch andere Kliniken wie etwa das Neurologische Zentrum der Segeberger Kliniken reagieren auf den besonderen Betreuungsbedarf der Parkinson-Patienten. "Die Tagesform der Patienten ist unterschiedlich. Werden die Medikamentenpläne nicht sehr genau eingehalten, kann das zu unnötigen Komplikationen führen", erklärt Dr. Björn Hauptmann.

Bundesweit sind 40 Zentren spezialisiert.

Der leitende Oberarzt am Neurologischen Zentrum der Segeberger Kliniken setzt auf eine persönliche Betreuung der Patienten durch eine Parkinson-Nurse. Diese Weiterbildung von Krankenschwestern in Aufnahme- und Entlassungsmanagement und Medikamentenkontrolle umfasst auch die Handhabung von speziellen Medikamentenpumpen und Hirnschrittmachern sowie die Anleitung weiterer Schwestern und Angehöriger. Die Weiterbildung ist laut Segeberger Kliniken in Kiel, Bremerhaven, Kassel und Marburg möglich. Das Neurologische Zentrum hat sich dazu entschlossen, eine Schwester zur Parkinson-Nurse weiterbilden zu lassen, weil die Zahl der Patienten inzwischen auf 240 im Jahr gestiegen ist. Hauptmann führt die steigenden Zuweisungen auf die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fachärzten zurück. Um die Kooperation zwischen dem Zentrum und den niedergelassenen Ärzten weiter zu vertiefen, bietet Hauptmann auch Besuche in den Praxen an.

Um so gut wie möglich auf die Patientengruppe vorbereitet zu sein, setzt das Neurologische Zentrum dabei auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Therapeuten

Eine speziell ausgebildete Pflegekraft

Die Parkinson-Nurse ist eine speziell ausgebildete Pflegekraft, mit deren Pilotausbildung 2007 begonnen wurde. Die Ausbildung kann an verschiedenen Standorten in Deutschland in mehreren Wochenendseminaren erfolgen, Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung zur Krankenschwester. Die Parkinson-Nurse kümmert sich um alle spezifischen Belange in der Versorgung und Unterstützung von Parkinson-Patienten. Sie leitet auch Angehörige und andere Mitarbeiter an. (di)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Fachkraft für Nachtdienst fehlte

Heimaufsicht prüft Polizeieinsatz in Pflegeheim

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weniger Rezidive

Hustenstiller lindert Agitation bei Alzheimer

Lesetipps
Ulrike Elsner

© Rolf Schulten

Interview

vdek-Chefin Elsner: „Es werden munter weiter Lasten auf die GKV verlagert!“

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen forderte am Mittwoch beim Gesundheitskongress des Westens unter anderem, die dringend notwendige Entbudgetierung der niedergelassenen Haus- und Fachärzte müsse von einer „intelligenten“ Gebührenordnung flankiert werden.

© WISO/Schmidt-Dominé

Gesundheitskongress des Westens

KBV-Chef Gassen fordert: Vergütungsreform muss die Patienten einbeziehen