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Unterwegs auf Reformbaustellen

Politik & Debatte diskutiert beim Hauptstadtkongress über ePA und Pflege

Pointiert und lösungsorientiert: Das Team Politik & Debatte ist beim diesjährigen Hauptstadtkongress erstmals mit zwei eigenen Lunchsessions vertreten. Im Fokus stehen die digitale Patientenakte und die Zukunft der Pflegeversicherung.

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Weiße Personenfiguren mit Kommentarwolken über ihren Köpfen als Metapher für Dialog und Austausch.

Reformen in der Diskussion: zwei Sessions des Teams Politik & Debatte beim Hauptstadtkongress 2026.

© Andrii Yalanskyi / Getty Images

Berlin. In wenigen Tagen startet der Hauptstadtkongress 2026: Vom 23. bis 25. Juni werden im Hub27 (Messe Berlin) wieder mehr als 5000 Gesundheitsentscheider und „Health Professionals“ erwartet. Das Team Politik & Debatte der Ärzte Zeitung ist mit zwei eigenen Lunchsessions beim Kongress vertreten. Das sind die Themen:

Pflegereform: Was jetzt passieren muss!

Erstmals liegt die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt bei mehr als sechs Millionen Menschen. Der Druck im Kessel steigt. Seit einigen Jahren übersteigen die Ausgaben für Pflegeleistungen die Einnahmen aus den Beiträgen der rund 75 Millionen gesetzlich Pflegeversicherten deutlich.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat zuletzt von einem drohenden Defizit von rund 22 Milliarden Euro in den nächsten beiden Jahren gesprochen. Mit dem Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) will die CDU-Politikerin die Finanzen der sozialen Pflegeversicherung stabilisieren und die Versorgung der pflegebedürftigfen Menschen strukturell verbessern.

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Dafür soll unter anderem ein stärkerer Fokus auf die Prävention von Pflegebedürftigkeit gelegt werden. Zudem sollen Leistungsansprüche vereinfacht und in „Budgets“ gebündelt sowie der Zugang entschlackt werden.

Bei Sozialverbänden, Gewerkschaften, Pflegekassen sowie bei Ländern und Kommunen stößt das PNOG dennoch auf teils massive Kritik. Hauptstreitpunkte sind geplante Leistungseinschränkungen wie die zeitliche Streckung von Zuschüssen an die Pflegeheimbewohner sowie Einschnitte bei pflegenden Angehörigen.

Gestritten wird auch über das Ansinnen, Kinder wieder verstärkt für die Pflegekosten ihrer Eltern aufkommen zu lassen und die bisherige Schutzgrenze von 100.000 Euro Bruttojahreseinkommen abzusenken.

„Reform der sozialen Pflegeversicherung: Was jetzt passieren muss“ am Dienstag, 23. Juni, 13:00 bis 13:30 Uhr. Zu Gast: Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. Infos & Anmeldung

Ein Jahr ePA-Roll-Out: Erfolg oder Baustelle?

Die Krankenkassen haben rund 73 Millionen elektronische Patientenakten (ePA) für ihre Versicherten angelegt. Während Letztere die ePA komplett freiwillig nutzen, sind Arztpraxen, Krankenhäuser oder Therapeutinnen und Therapeuten seit Oktober 2025 gesetzlich dazu verpflichtet, die Patientenakte zu nutzen und mit den gesetzlich festgeschriebenen Daten einer Behandlung zu befüllen. Dazu zählen etwa Befunde, Arztbriefe und Medikationslisten.

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Laut gematik greifen inzwischen rund 93.000 Arztpraxen wöchentlich auf die ePA ihrer Patienten zu, und im Schnitt werden mehr als 21 Millionen Abrufe von Medikationslisten verzeichnet. Auch die Befüllung der Akte schreite voran, schreibt die Agentur für digitale Medizin: Allein im vergangenen Februar und März habe es knapp 25 Millionen Dokumenten-Uploads gegeben.

Die Gesamtzahl der Uploads seit Start der ePA liegt demnach bei mehr als 100 Millionen (Stand April 2026). Davon entfällt knapp mehr als die Hälfte auf medizinische Befunde und Berichte, gefolgt von elektronischen Arztbriefen. Mittlerweile sind den Angaben zufolge auch mehr als 5,5 Millionen Zahnbonushefte über die ePA abrufbar.

Dennoch gibt es Luft nach oben. So liegt die Zahl der aktiv Nutzenden der Akte bei schätzungsweise vier bis 24 Prozent aller Versicherten – je nach Abfrage. Kritik an der ePA entzündet sich vor allem an „unzureichendem“ Datenschutz, technischer Störanfälligkeit und mangelnder Praxistauglichkeit der Anwendung. (eb)

„Ein Jahr ePA-Roll-Out: Erfolg oder Baustelle?“ am Mittwoch, 24. Juni, 11:15 bis 11:45 Uhr. Zu Gast: Brenya Adjei, Mitglied der Geschäftsführung der gematik, und der Facharzt Dr. Oliver Fasold vom Neurozentrum Berlin-Tempelhof. Infos & Anmeldung

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