Notfallversorgung

Portalpraxen für KV Thüringen kein Drama

Die sektorübergreifende Notfallversorgung steht für die KV ohnehin auf dem Programm. Portalpraxen müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Veröffentlicht: 14.03.2016, 16:54 Uhr

ERFURT. Die KV Thüringen (KVT) steht Portalpraxen für Notdienstpatienten, die außerhalb der Praxissprechstunden Krankenhäuser zur ambulanten Behandlung aufsuchen, aufgeschlossen gegenüber. Die KV strebe ohnehin eine engere Kooperation mit Kliniken durch sektorübergreifende Notfallversorgung an, hieß es.

So könne der Ansturm auf Krankenhaus-Notaufnahmen gebremst werden. Portalpraxen könnten dafür ein geeignetes Mittel sein - so der Tenor der Diskussionen bei der jüngsten Vertreterversammlung. Die Zahl der Menschen, die den Notdienst der Vertragsärzte aufsuchen oder sich in Klinik-Notaufnahmen ambulant behandeln lassen, steigt in Thüringen stetig.

Geplant sind Pilotprojekte in den größeren Thüringer Städten. Allerdings will die KV für die im Krankenhausstrukturgesetz vorgesehenen Portalpraxen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sehen.

 Als wichtigste Bedingung nannte die Vorstandsvorsitzende Annette Rommel deren Betrieb als KV-Eigeneinrichtungen sowie die organisatorische Fusion der an Kliniken bereits bestehenden KV-Notdienstzentralen mit den Notaufnahmen der Kliniken.

Unabdingbar ist für die Thüringer KV ein Triagesystem zur Feststellung der Dringlichkeit von Notfallbehandlungen vor dem Arztkontakt. Zudem dürften die Portalpraxen nur eine verbindlich beschränkte Diagnostik und Therapie bei Notfallpatienten anbieten.

Bisher sind an 24 Krankenhäusern im Land KV-Notdienstzentralen angedockt - oft direkt neben der Notfallaufnahme der Kliniken. "Wir haben in Thüringen praktisch schon 24 Portalpraxen", sagte Rommel.

Dass die Klinik-Notfallambulanzen dennoch hoch frequentiert werden - vor allem dort, wo der Bereitschaftsdienst der KV nicht im selben Haus sitzt - , führt immer wieder zu Diskussionen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Niedergelassene Ärzte wie auch Kliniken beklagen oft die "Anspruchshaltung" von Patienten, die sich vom Kliniknotdienst möglichst umgehend eine aufwändige Diagnostik erhoffen.

 Krankenhäuser wiederum dürfen Patienten nicht abweisen - auch wenn es sich nicht um Notfälle handelt. Von einem effizienten Triagesystem erhofft sich die KVT eine bessere Patientensteuerung. (zei)

Mehr zum Thema

Corona-Infektionsgeschehen

So hoch ist das Corona-Infektionsgeschehen in den einzelnen Kreisen

Telematikinfrastruktur

TI-Störung: gematik bittet Ärzte um Mithilfe

Telematikinfrastruktur

TI-Störung – gematik bittet Ärzte um Mithilfe

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

Exklusiv Nikotinsucht

Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

Trump: USA steigen aus der WHO aus

Mitten in der Corona-Krise

Trump: USA steigen aus der WHO aus

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Virtueller ASCO

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden