Beitragssatzstabilisierungs-Gesetz
Schmerzmediziner fürchten die Folgen des Sparkurses in der GKV
Schmerztherapeuten sehen sich von der Politik als doppelt geprellt an: Erst wurde der Disziplin in der Krankenhausreform eine eigene Leistungsgruppe verwehrt. Jetzt werde die Schmerzversorgung durch Einsparungen erneut geschwächt.
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Stabile Beitragssätze dürfen nicht zu Lasten der Versorgung von Patienten gehen, warnt die Deutsche Schmerzgesellschaft.
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Berlin. Die Deutsche Schmerzgesellschaft sieht die geplante Gesundheitsreform mit großer Sorge. Nach Ansicht der Fachgesellschaft stellt der Sparkurs in der gesetzlichen Krankenversicherung für die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie eine „Bedrohung“ dar.
„Beitragssatzstabilität darf nicht zu Lasten von Millionen Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten erkauft werden“, sagte Professor Frank Petzke, Präsident der Schmerzgesellschaft, bei einer digitalen Pressekonferenz anlässlich des 15. „Aktionstags gegen den Schmerz“ am Dienstag.
Die interdisziplinäre Schmerztherapie sei im Ökosystem Krankenhaus das „schwächste Glied“: „Mit keinem Potenzial auf hohe Rendite und ohne Luft zur Effizienzsteigerung durch kürzere Behandlung von mehr Patienten“, so der Leiter der Abteilung Schmerzmedizin an der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen.
Appell an Regierung und Bundestag
Schmerzmediziner dringen auf eigene Leistungsgruppe in der Klinikreform
Schon beim Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) habe die Politik die besonderen Anforderungen der Schmerztherapie nicht gesichert – eine eigene Leistungsgruppe wurde nicht geschaffen. Als eine „weitere Härte“ komme jetzt das GKV-Sparpaket hinzu.
Der Schmerzgesellschaft zufolge sind bereits jetzt 22 Prozent der Standorte in ihrer Existenz gefährdet. Dort würden 44 Prozent der Fälle von multimodaler Schmerztherapie erbracht. Dabei seien schon bisher vor allem interdisziplinär ausgerichtete Therapieeinrichtungen für rund die Hälfte der Betroffenen von ihrem Wohnort aus kaum zu erreichen.
Das Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Waken (CDU) sehe vor, dass Tarifsteigerungen im Krankenhaus künftig nur noch zu 50 Prozent refinanziert werden sollen, sagte Vera Lux, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK): „Das bedeutet, dass die Kliniken wahrscheinlich auf Kosten der Pflege wieder sparen werden.“
Doch weniger Personal bedeute weniger Zeit für die pflegerische Versorgung – und damit auch weniger Zeit für eine hochwertige Schmerzversorgung, argumentiert Lux.
Sie warnte vor dem Szenario, dass Pflegefachkräfte wieder mehr pflegefremde Tätigkeiten übernehmen müssten, weil entlastende Maßnahmen nicht mehr ausreichend finanziert werden. Ohne Pflege könne es keine wirksame Schmerztherapie geben, sagte die ehemalige Pflegedirektorin der Medizinischen Hochschule Hannover. (fst)







