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Primärkassen zahlen für Behandlung von MRSA-Patienten in der Praxis

KÖLN (iss). Niedergelassene Ärzte in Westfalen-Lippe können die Behandlung von Patienten, die mit Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA) infiziert sind, jetzt abrechnen - vorausgesetzt, die Patienten sind bei einer Primärkasse versichert.

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Die Vereinbarung zwischen den Kassen und der KV Westfalen-Lippe (KVWL) ist zwar zunächst vom 1. Juli bis 31. Dezember 2008 befristet, die KVWL rechnet aber mit einer Verlängerung.

Die KVWL und die Primärkassen tragen der Tatsache Rechnung, dass MRSA-Infektionen nicht mehr nur ein Thema für die Kliniken sind, sondern zunehmend auch für Niedergelassene. Da die MRSA-Verbreitung nur durch konsequente Hygiene, kontrollierte Antibiotika-Therapie und vor allem durch die post-stationäre Betreuung aufgehalten werden kann, will die KVWL nach eigenen Angaben die Sanierung von infizierten Patienten zur Standardbehandlung in den Praxen machen.

Für die MRSA-Sanierung zahlen die Primärkassen in Westfalen-Lippe einen Pauschalbetrag von 21 Euro pro Patient und Quartal. Die notwendigen Abstrichuntersuchungen belasten den Labor-Wirtschaftlichkeitsbonus der Ärzte nicht. "Ich gehe davon aus, dass wir auch noch andere Kassen hinzugewinnen können", sagt der KVWL-Vorsitzende Dr. Ulrich Thamer. Haus- und Fachärzte, die die neue Leistung abrechnen wollen, müssen an einer Informationsveranstaltung der KVWL zu MRSA teilnehmen.

Die Vereinbarung umfasst nur die MRSA-Sanierung, keine Screening-Maßnahmen, um festzustellen, ob eine Infizierung vorliegt. Fordert etwa ein Pflegeheim eine solche Screening-Untersuchung an, muss der Arzt sie auf Grundlage der GOÄ in Rechnung stellen, so die KVWL.

Die KVWL unterstützt auch das Euregio-MRSA-net, ein deutsch-niederländischer Qualitätsverbund zur Senkung der MRSA-Rate. "Durch den Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Technologien kann die Qualität der grenzüberschreitenden Gesundheitsvorsorge weiter verbessert und so zum Standortvorteil für die gesamte Grenzregion werden", sagt Thamer.

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