Nordosten

Rheuma-Vertrag kommt gut an

AOK Nordost und KV Brandenburg ziehen ein positives Zwischenfazit des Rheumavertrags. Gesucht sind allerdings mehr Kassen und mehr Hausärzte, die mitmachen.

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POTSDAM (ami). Patienten, die im Rahmen des Rheumavertrags zwischen der AOK Nordost und der KV Brandenburg (KVBB) behandelt werden, sind zufrieden.

Das zeigt eine Umfrage unter 624 von rund 1500 teilnehmenden Patienten knapp anderthalb Jahre nach dem Start des Strukturvertrags nach Paragraf 73c SGB V. Mehr als 95 Prozent der Befragten gaben an, dass sie anderen Patienten die Teilnahme an dem Vertrag empfehlen würden.

Die AOK Nordost versichert insgesamt rund 17.000 Rheumakranke in Brandenburg. Dass nur ein Bruchteil von ihnen an dem Vertrag teilnimmt, liegt nach Einschätzung von beteiligten Rheumatologen daran, dass Hausärzte das Angebot nicht ausreichend bewerben.

Von den rund 1300 Hausärzten im Flächenland wirken aktuell 256 an dem Vertrag mit. Ihnen wurde die Teilnahme im Frühsommer erleichtert.

Statt einer jährlichen Fortbildung zum Thema Rheuma wird nun nur noch der einmalige Besuch einer Einführungsveranstaltung als Teilnahmevoraussetzung gefordert. Die Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Rheumatologen bewerteten nach den Angaben von AOK und KVBB rund 90 Prozent der Befragten als "gut".

vdek ist kritisch

96 Prozent zeigten sich mit ihrer rheumatologischen Betreuung "sehr zufrieden" oder "zufrieden". Sie gaben den Vertragspartnern zufolge an, bei einem akuten Schub binnen 14 Tagen einen Termin beim Rheumatologen zu erhalten.

"Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen den qualitätsorientierten Versorgungsansatz des Rheumavertrages auch aus der Perspektive unserer Versicherten", so der Geschäftsführer Versorgungsmanagement der AOK Nordost, Harald Möhlmann. Er sieht aber weiteres Optimierungspotenzial.

KVBB-Chef Dr. Hans-Joachim Helming wünscht sich, "dass auch andere Krankenkassen im Land und vor allem noch mehr Hausärzte sich daran beteiligen". Dann könnten noch mehr Rheumakranke von dieser besonderen Behandlung profitieren, sagt Helming.

Der Vertrag soll die frühzeitige Diagnostik und Therapieeinleitung und eine umfassende Betreuung der vielen Rheumakranken in Brandenburg durch nur 18 Rheumatologen im ganzen Flächenland sichern.

Der Ersatzkassenverband vdek bewertet ihn immer noch kritisch. Es sei nicht erkennbar, wie er die tatsächliche Versorgung verbessere, sagte vdek-Regionalchefin Gabriela Leyh der "Ärzte Zeitung".

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