Rehacare

Roboter sollen Menschen mit Behinderungen assistieren

Roboterähnliche Assistenzsysteme werden auf der Rehacare vorgestellt. Den Roboter mit menschlichem Antlitz, der die Pflegekraft ersetzt, soll es aber nicht geben.

Veröffentlicht: 09.10.2012, 13:35 Uhr

DÜSSELDORF (iss). Assistenzroboter spielen bei der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und von Älteren noch eine völlig untergeordnete Rolle, werden aber zunehmend an Bedeutung gewinnen.

"Auf diesem Gebiet gibt es sehr viele Forschungsaktivitäten, und es wird erwartet, dass die ersten dieser Produkte bald den Weg auf den Markt finden", berichtete Dr. Birgit Graf im Vorfeld der Fachmesse Rehacare, die vom 10. bis 13. Oktober in der Messe Düsseldorf stattfindet.

Graf ist Gruppenleiterin für Haushalts- und Assistenzrobotik beim Fraunhofer IPA Institut für Produktionstechnik und Automatisierung. Das IPA ist der inhaltliche Koordinator des Themenparks Assistenzrobotik - ein neues Projekt der Rehacare.

Nach einer Umfrage der International Federation of Robotics unter Herstellern waren 2011 weltweit 2,5 Millionen Serviceroboter für Endverbraucher im Einsatz. Davon dienten gerade einmal 156 der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen.

Das waren vor allem automatisierte Rollstühle, Therapie- und Trainingsroboter, Fernpflegesysteme und intelligente Prothesen. "Es wird ein sehr großer Anstieg erwartet", berichtete Graf.

Assistenzroboter als Werkzeug wahrnehmen

Beim Einsatz der Assistenzsysteme gehe es nicht darum, die Tätigkeiten von Pflegekräften und menschliche Kontakte zu ersetzen, betonte Graf. "Roboter sind Maschinen, die dabei helfen sollen, das Leben einfacher zu machen."

Es müsse deutlich werden, dass es nicht das Ziel sei, Pflegetätigkeiten zu automatisieren. Das sei wichtig für die Akzeptanz der Angebote. Das IPA habe bewusst darauf verzichtet, dem von ihm entwickelten Assistenzroboter "Care-O-bot 3" ein menschenähnliches Aussehen zu geben.

Er solle als Werkzeug wahrgenommen werden, über das der Mensch jederzeit die Kontrolle hat.

Die Kapazitäten, die durch den Einsatz der Maschinen frei würden, müssten genutzt werden, um die vorhandenen pflegerischen Defizite auszugleichen, forderte Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG Selbsthilfe.

"Technische Innovationen bringen eine Umschichtung, aber keine finanzielle Entlastung", sagte er.

Assistenzsysteme sind nur ein Bereich der Rehacare. "Die Messe bietet ein Gesamtspektrum der Hilfen für ein selbstbestimmtes Leben", sagte Messe-Geschäftsführer Joachim Schäfer.

An den vier Tagen zeigen 851 Aussteller aus 32 Ländern ihre Angebote.

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