Rehacare

Roboter sollen Menschen mit Behinderungen assistieren

Roboterähnliche Assistenzsysteme werden auf der Rehacare vorgestellt. Den Roboter mit menschlichem Antlitz, der die Pflegekraft ersetzt, soll es aber nicht geben.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF (iss). Assistenzroboter spielen bei der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und von Älteren noch eine völlig untergeordnete Rolle, werden aber zunehmend an Bedeutung gewinnen.

"Auf diesem Gebiet gibt es sehr viele Forschungsaktivitäten, und es wird erwartet, dass die ersten dieser Produkte bald den Weg auf den Markt finden", berichtete Dr. Birgit Graf im Vorfeld der Fachmesse Rehacare, die vom 10. bis 13. Oktober in der Messe Düsseldorf stattfindet.

Graf ist Gruppenleiterin für Haushalts- und Assistenzrobotik beim Fraunhofer IPA Institut für Produktionstechnik und Automatisierung. Das IPA ist der inhaltliche Koordinator des Themenparks Assistenzrobotik - ein neues Projekt der Rehacare.

Nach einer Umfrage der International Federation of Robotics unter Herstellern waren 2011 weltweit 2,5 Millionen Serviceroboter für Endverbraucher im Einsatz. Davon dienten gerade einmal 156 der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen.

Das waren vor allem automatisierte Rollstühle, Therapie- und Trainingsroboter, Fernpflegesysteme und intelligente Prothesen. "Es wird ein sehr großer Anstieg erwartet", berichtete Graf.

Assistenzroboter als Werkzeug wahrnehmen

Beim Einsatz der Assistenzsysteme gehe es nicht darum, die Tätigkeiten von Pflegekräften und menschliche Kontakte zu ersetzen, betonte Graf. "Roboter sind Maschinen, die dabei helfen sollen, das Leben einfacher zu machen."

Es müsse deutlich werden, dass es nicht das Ziel sei, Pflegetätigkeiten zu automatisieren. Das sei wichtig für die Akzeptanz der Angebote. Das IPA habe bewusst darauf verzichtet, dem von ihm entwickelten Assistenzroboter "Care-O-bot 3" ein menschenähnliches Aussehen zu geben.

Er solle als Werkzeug wahrgenommen werden, über das der Mensch jederzeit die Kontrolle hat.

Die Kapazitäten, die durch den Einsatz der Maschinen frei würden, müssten genutzt werden, um die vorhandenen pflegerischen Defizite auszugleichen, forderte Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG Selbsthilfe.

"Technische Innovationen bringen eine Umschichtung, aber keine finanzielle Entlastung", sagte er.

Assistenzsysteme sind nur ein Bereich der Rehacare. "Die Messe bietet ein Gesamtspektrum der Hilfen für ein selbstbestimmtes Leben", sagte Messe-Geschäftsführer Joachim Schäfer.

An den vier Tagen zeigen 851 Aussteller aus 32 Ländern ihre Angebote.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Warten auf Facharzttermine

KBV-Chef Gassen: Die meisten Patienten haben binnen drei Tagen einen Termin

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Adipostas und deren Folgen sind zu einer der häufigsten Todesursachen geworden.

© Christian Delbert / stock.adobe.com

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen