Direkt zum Inhaltsbereich

Bundestagswahl

SPD-Wahlprogramm: Kassen und KVen sollen Patienten Termingarantie geben

Die SPD hat einen fortgeschrittenen Entwurf eines „Regierungsprogramms“ lanciert. Gesundheitsminister Lauterbachs Handschrift bleibt erkennbar. Kassenärzte sollen damit zu einer Termingarantie verpflichtet werden.

Veröffentlicht:
Der Wahlkampfentwurf der SPD trägt die Handschrift des amtierenden Gesundheitsministers Karl Lauterbach.

Der Wahlkampfentwurf der SPD trägt die Handschrift des amtierenden Gesundheitsministers Karl Lauterbach.

© dts-Agentur/picture alliance

Berlin. Das „Regierungsprogramm“ überschriebene Wahlprogramm der SPD verspricht eine „erreichbare und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung“. Unterschiede bei Wartezeiten und Behandlungsmöglichkeiten zwischen privat und gesetzlich Versicherten sollen beseitigt werden.

Die SPD setzt dabei weiter auf das Programm Lauterbachs aus der auslaufenden Legislatur. Sie will den „erfolgreichen Kurs“ des SPD-Gesundheitsministers in der Ampel fortführen. Davon sollen vor allem strukturschwache Regionen profitieren. Der 62-seitige Entwurf eines Wahlprogramms der Sozialdemokraten liegt der Ärzte Zeitung vor.

Ziel der künftigen Gesundheitspolitik sei die passgenaue Zusammenarbeit vom Notfall bis zur planbaren Operation und Nachsorge, heißt es in dem Profgrammentwurf. Barrieren zwischen Arztpraxen, Krankenhäusern und weiteren Versorgungseinrichtungen sollen fallen. Telemedizin und Telepharmazie sollen die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen verbessern.

Ambulante Versorgung

Gesetzlich Versicherte sollen „genauso schnell wie Privatversicherte“ Termine in Arztpraxen erhalten. Die SPD will deshalb, so sie wieder in Regierungsverantwortung kommen sollte, eine „Termingarantie“ der Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen einführen. Brechen die Beteiligten das Garantieversprechen, sollen die Versicherten „Anspruch auf Beitragsreduzierung“ erhalten.

Fördern will die SPD die ambulante Versorgung zudem mit erleichterten Gründungsvoraussetzungen für kommunale MVZ und die Einführung von Advanced Practice Nurses und Gemeindeschwestern. Auch die Gesundheitskioske als Anlaufpunkte für vulnerable Bevölkerungsgruppen bleibe auf der Agenda der SPD. Zurück zur Übersicht.

Stationäre Versorgung

Das Programm verweist auf die in der laufenden Legislatur beschlossene Krankenhausreform. Zurück zur Übersicht.

Finanzierung

Die SPD setzt weiter auf die Bürgerversicherung. In einem ersten Schritt sollen die Kranken- und Pflegekassen bei der Finanzierung versicherungsfremder Leistungen wie zum Beispiel der Beiträge für Bürgergeldbezieherinnen- und bezieher entlastet werden. Zudem sollen die privaten Krankenversicherer in das System des Risikostrukturausgleichs der gesetzlichen Krankenkassen untereinander einbezogen werden. Zurück zur Übersicht.

Prävention

Beim Thema Gesundheit setzen die Sozialdemokraten bei der Arbeit an. „Arbeit darf nicht krank machen“, heißt es im „Regierungsprogramm“ der SPD.

Betrieblicher Gesundheitsschutz soll daher großgeschrieben und bei „allen unternehmerischen Entscheidungen“ verpflichtend mitgedacht werden. Mit einer Reform des Betriebsverfassungsgesetzes sollen die Betriebsräte echte Mitbestimmungsrechte beim Gesundheitsschutz in den Betrieben erhalten. Die Zugänge zu Präventions- und Rehabilitationsleistungen „werden wir vereinfachen und verbessern“, versprechen die Autoren des Programms. Besonderes Augenmerk beim Arbeitsschutz sollen die psychischen Belastungen bei der Arbeit erhalten.

Suchtprävention und die Prävention psychischer Erkrankungen sollen mittels niedrigschwelliger, auch digitaler Beratungsangebote gestärkt werden. „Konsequent“ wolle man weiter daran arbeiten, dass alle Menschen, die einen Therapieplatz benötigten, auch zügig einen erhielten. Zurück zur Übersicht.

Pflege

Die SPD spricht das Armutsrisiko an, das Pflegebedürftigkeit bedeuten kann. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen entlastet werden. Darum zielt die Partei darauf ab, die soziale und die private Pflegeversicherung zusammenzulegen. Dafür sollen die privaten Pflegeversicherung in den Risikostrukturausgleich der Pflegekassen untereinander einbezogen werden.

Die Eigenanteile in der stationären Langzeitpflege sollen auf 1000 Euro im Monat gedeckelt werden. Zudem sollen die Investitionen in die bauliche Infrastruktur der Pflege nicht mehr „vollständig“ auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Heime umgelegt werden dürfen. Zurück zur Übersicht.(af)

Lesen sie auch
Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
In Deutschland gibt es immer weniger klinische Forschung. Was Deutschland hingegen zu leisten imstande ist, zeigte sich zuletzt bei der COVID-19-Pandemie: mRNA-basierte Impfstoffe wurden schnell entwickelt und produziert.

© metamorworks / stock.adobe.com

Handlungsempfehlungen

Deutschland-Tempo statt Bürokratie-Trägheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)

Übersicht

Eine Agenda für Seltene Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Damit die Behandlung anschlägt

Intensivierung bei therapieresistenter Hypertonie: Wie vorgehen?

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen

Lesetipps