Ostholstein

Schnelle Hilfe für Patienten mit Depression

Selektivvertrag zwischen AOK Nordwest und Ärztenetz zielt auf zeitnahe Abklärung und Therapie.

Veröffentlicht: 13.08.2014, 09:32 Uhr

PLÖN. Ein Selektivvertrag im Norden soll Patienten mit Depressionen zu einer besseren und schnelleren ambulanten Versorgung verhelfen. Einen Pilotvertrag hierzu haben das Gesundheitsnetz östliches Holstein (GöH) und die AOK Nordwest vereinbart.

Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt unter dem Namen Piano (Psychosoziale Interventionen durch ambulante Netzwerke vor Ort) sieht eine standardisierte Diagnostik vor, damit Ärzte schnell abklären können, welche Therapieangebote für die Betroffenen infrage kommen.

Auch eine zügige Vermittlung ist vorgesehen. Das Angebot richtet sich an Patienten zwischen 18 und 64 Jahren mit leichter oder mittelgradiger Depression.

Nach einer strukturierten Eingangs- und Verlaufsdiagnostik erhalten sie bei leichter Depression von ihren Ärzten konkrete Versorgungsangebote, werden etwa in Selbsthilfegruppen vermittelt oder bekommen Schulungs- und Bewegungsangebote. Die Patienten sollen dabei lernen, den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen und Rückfälle zu vermeiden.

Case-Managerin soll Abläufe beobachten

Bei mittelgradiger Depression sorgt der Arzt für einen Termin innerhalb von zwei Wochen beim Psychotherapeuten. "Dazu sollen zusätzliche Behandlungskapazitäten zum Beispiel durch neue Gruppenangebote und Therapieangebote außerhalb der üblichen Praxiszeiten angeboten werden", sagte AOK-Chef Martin Litsch.

Eine Case-Managerin aus dem Netz soll die Abläufe im Behandlungskonzept beobachten und kann bei Bedarf unterstützen. Die Dokumentation aller Ergebnisse erfolgt elektronisch und läuft im Netz zusammen.

Das GöH hatte als erstes Ärztenetz die Kriterien für eine KV-Förderung erfüllt und bekommt dafür von der KV Schleswig-Holstein 100.000 Euro. Die Wirksamkeit des nun abgeschlossenen Projektes wird nach zwei Jahren geprüft.

Die Abrechnung für den Selektivvertrag übernimmt die Ärztegenossenschaft Nord, die auch die Verhandlungen zwischen Netz und AOK begleitet hatte. Thomas Rampoldt, Geschäftsführer der Genossenschaft, erwartet, dass solche regional organisierten Versorgungsmodelle künftig zunehmen werden. (di)

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