Berufspolitik

Schwester Agnes darf bis Ende 2008 weiterarbeiten

POTSDAM (ami). Das Gemeindeschwester-Projekt "Agnes" im Brandenburgischen Lübbenau ist um ein halbes Jahr verlängert worden.

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Das Projekt sollte Ende Juni auslaufen und geht nun bis zum Jahresende weiter. Die Brandenburger Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler hofft, dass mit der Einführung von Gemeindeschwestern der Beruf des Hausarztes attraktiver gestaltet werden kann, weil Hausärzte dadurch entlastet würden. Das erklärte sie anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz in Plön, bei der Wege für eine Stärkung der hausärztlichen Versorgung diskutiert wurden.

KV und Hausärzteverband lehnen Finanzierung aus dem Honorartopf ab.

Währenddessen laufen in Brandenburg die Diskussionen über die Fortführung des Modells. Knackpunkt ist vor allem die Finanzierung. Hausärzteverband und KV in Brandenburg lehnen eine Finanzierung aus dem Honorartopf der Ärzte vehement ab.

Sie fordern stattdessen, dass für die Bezahlung der Pflegekräfte ein Fonds eingerichtet wird, der aus Mitteln der Kranken- und Pflegekassen und der öffentlichen Hand gespeist wird. Zudem müssten den Ärzten zusätzliche Mittel unter anderem für die Finanzierung der Sachkosten zur Verfügung werden, so KV-Chef Dr. Hans-Joachim Helming. Auch eine zusätzliche Vergütung für den Arzt als Anreiz zum Personaleinsatz hält er für denkbar.

Ihre generelle Skepsis über die neue Struktur der Gemeindeschwestern hat die verfasste Brandenburger Ärzteschaft offenbar aufgegeben. KV und Hausärzteverband würden folgende Position vertreten, sagte Helming: "Agnes ist nur arztunterstützend, nicht ersetzend. In unterversorgten Gebieten ist Unterstützung für den Arzt unerlässlich." Dabei müsse der Aufbau einer dritten Säule aber vermieden werden, die Anstellung beim Arzt sei alternativlos und eine exakte Tätigkeitsbeschreibung dringend nötig.

STICHWORT

Schwester Agnes

AGNES steht für Arztentlastende, Gemeinde-Nahe, E-Health-gestützte, Systemische Intervention und ist in ihrer modernen Form eine Erfindung von Gesundheitswissenschaftlern des Instituts für Community Medicine der Universität Greifswald.

Ihr historisches Vorbild hat sie in einer DDR-Fernsehserie. Seit 2005 wird in verschiedenen Modellprojekten erprobt, ob und wie die neue Form der Gemeindeschwester Ärzte in unterversorgten Regionen entlasten kann. In der Ärzteschaft ist Schwester Agnes auf vielfältige Kritik gestoßen. Auch als Antwort darauf wurde im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt ein Modellvorhaben gestartet, um den Einsatz mobiler Praxisassistentinnen zu erproben.

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