Schleswig-Holstein

TK bietet Verordnungsanalyse für Ärzte an

In Schleswig-Holstein verschreiben Ärzte mehr Arzneimittel mit geringem Zusatznutzen als andernorts. Die Techniker Kasse will Niedergelassenen nun besser aufklären.

Veröffentlicht:

KIEL. Die Techniker Krankenkasse (TK) im Norden setzt auf mehr Arzneimittel-Informationen für die verordnenden Ärzte. Die TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein kündigte hierzu Gespräche mit der KV und eine stärkere Bewerbung der eigenen Verordnungsanalysen an.

Grund für die Informationsoffensive ist der aktuelle Innovationsreport, der mit finanzieller Unterstützung der Kasse erstellt wurde. Er bescheinigt nur drei der 20 Neueinführungen aus dem Jahr 2011 uneingeschränkt Innovationscharakter. Sieben Neueinführungen erhielten den Stempel "nicht innovativ". Die restlichen zehn gelten laut Report als "begrenzt innovativ".

Betrachtet haben die Forscher um Studienleiter Professor Gerd Glaeske, ob es bereits verfügbare Therapien gibt, ob für den Wirkstoff ein Zusatznutzen nachgewiesen werden konnte und ob die Therapiekosten höher oder niedriger als die vorhandener Alternativen liegen.

Regionale Unterschiede festgestellt

Der Report hatte auch regionale Unterschiede deutlich gemacht. Danach zählt Schleswig-Holstein zu den Bundesländern, in denen die Ärzte besonders viele Arzneimittel mit einem geringen Zusatznutzen verordnen.

TK-Landeschef Dr. Johann Brunkhorst machte in einem Pressegespräch deutlich, dass er neben einer erneuten Bewertung der Arzneimittel auch mehr Information für die Ärzte für erforderlich hält.

Angebote sind bereits vorhanden: So können sich Ärzte etwa ihr individuelles Verordnungsverhalten von der Kasse analysieren lassen. Bislang nutzen dies im Norden aber erst gut 100 Verordner.

Die frühe Nutzenbewertung, die der Gesetzgeber mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt hat, begrüßte Brunkhorst ausdrücklich, er hält aber weitere Maßnahmen für erforderlich.

"Wir wissen jetzt mehr, setzen es aber in der Versorgungsrealität noch nicht um", sagte Brunkhorst. Um das zu erreichen, müssten Erfahrungen aus dem Alltag der verordnenden Ärzte analysiert werden. (di)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Einstimmiges Votum

G-BA sieht keinen Zusatznutzen von Lecanemab bei früher Alzheimer-Demenz

Frühe Nutzenbewertung

Alzheimer: Auch Donanemab fällt beim IQWiG durch

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Flexibel bleiben, Betroffene besser einbinden und individuell behandeln

© vege / Fotolia

Hämatologie und Onkologie in Zeiten molekular basierter Therapie

Flexibel bleiben, Betroffene besser einbinden und individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?