SPD

TSVG kommt frühestens Mitte 2019

Professor Karl Lauterbach will das gesundheitspolitische Profil der Sozialdemokraten schärfen. Das kündigte er am Mittwoch in Berlin an.

Veröffentlicht:

BERLIN. Das Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (TSVG) wird nicht, wie ursprünglich anvisiert, am 1. April 2019 in Kraft treten. Das hat der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Professor Karl Lauterbach, im Bundestag am Mittwoch angekündigt.

Die erste Lesung sei für den 13. Dezember angesetzt. Im Januar folge dann die Anhörung im Gesundheitsausschuss. Bis Mitte 2019 solle der Gesetzgebungsprozess dann abgeschlossen werden.

Lauterbach will das gesundheitspolitische Profil der Sozialdemokraten schärfen. Die von der Regierung eingesetzte Honorarkommission bedeute den Beginn einer "wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem System zweier Honorarordnungen", sagte er. Die mit dem TSVG geplanten extrabudgetären Vergütungsanteile für niedergelassene Ärzte böten keinen Verhandlungsspielraum für die Krankenkassen und müssten voll bezahlt werden. Für die Ärzte verringere sich damit der Anreiz, Privatversicherte zu bevorzugen.

Auch die geplante Wiedereinführung der paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2019 trage eindeutig die Handschrift seiner Partei, sagte Lauterbach vor Journalisten. Das Angebot an Kleinselbstständige, sich für 171 Euro im Monat in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig zu versichern, "schiebe eine weitere Gruppe aus dem Einzugsbereich der privaten Krankenversicherer", machte Lauterbach deutlich, dass die SPD ihr Projekt einer Bürgerversicherung weiterverfolgt.

Vorschläge der SPD fänden sich auch in der Pflegepolitik. Die Herausnahme der Pflegepersonalkosten aus den Fallpauschalen ab 2020 sei die größte Änderung in der Krankenhausfinanzierung seit Einführung der DRG und hole die Pflege aus dem Wettbewerb um Kostensenkung heraus. "Wir wissen, dass die Krankenhäuser weniger für das Pflegepersonal ausgeben als sie einnehmen", begründete Lauterbach den Vorstoß. (af)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Frühe Ausbeutung im PJ raubt künftige Motivation

Berufspolitik

Abirateron-Regress: Urologen in Nordrhein berichten von bis zu 40.000 Euro

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann