KOMMENTAR

Totgesagte leben länger

Von Katlen Trautmann Veröffentlicht:

Niedergelassene Ärzte als Repräsentanten einer aussterbenden Spezies? So einfach, wie es der Chef der AOK  Plus ausgesprochen hat, gestaltet sich die Sache nicht. In wirtschaftlich eher unattraktiven Regionen lassen sich derzeit viel zu wenige Mediziner nieder. Das ist richtig. Der Mangel von Kollegen in den meist ländlichen Gegenden ist aber weniger ein Indiz für das Schwinden des hausärztlichen Berufes als vielmehr eine Folge von immer schwierigeren Arbeitsbedingungen.

Schmale Budgets, die sich in den Praxen ausbreitende Bürokratie und die wachsende Arbeitsbelastung können dazu führen, dass sich Ärzte, die sich niederlassen möchten, zunehmend als Exoten fühlen. Aus Sicht vieler Mediziner erweist sich eine Festanstellung oder das Abwandern in andere Branchen oft als wirtschaftlich attraktiver als das Führen einer eigenen Praxis.

Doch ein Körnchen Wahrheit haftet dem vorgezogenen Nachruf auf niedergelassene Ärzte dennoch an. Dem Einzelkämpfer im Reich der Medizin läuft die Zeit davon. Allein auf weiter Flur weht Ärzten ein eisiger Wind ins Gesicht. Viele haben die Zeichen der Zeit erkannt und organisieren sich jenseits der tradierten Formen in neuen Bereichen der Zusammenarbeit - indem sie sich etwa mit anderen Kollegen zusammenschließen oder Einzelverträge mit Kliniken und Krankenkassen schließen. So machen sie ihre Praxen zukunftssicher. Es lebe die Niederlassung!

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Hauptstadtdiabetologinnen

Ein Netzwerk für Diabetologinnen

Abrechnung

SpiFa meldet sich zu Hybrid-DRG

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

STIKO-Chef Überla: RSV-Empfehlung kommt wohl bis Sommer

NHANES-Analyse

Bei Hörminderung: Hörgeräteträger leben länger

Hauptstadtdiabetologinnen

Ein Netzwerk für Diabetologinnen

Lesetipps
Neue Hoffnung für Patienten mit Glioblastom: In zwei Pilotstudien mit zwei unterschiedlichen CAR-T-Zelltherapien blieb die Erkrankung bei einigen Patienten über mehrere Monate hinweg stabil. (Symbolbild)

© Richman Photo / stock.adobe.com

Stabile Erkrankung über sechs Monate

Erste Erfolge mit CAR-T-Zelltherapien gegen Glioblastom

Die Empfehlungen zur Erstlinientherapie eines Pankreaskarzinoms wurden um den Wirkstoff NALIRIFOX erweitert.

© Jo Panuwat D / stock.adobe.com

Umstellung auf Living Guideline

S3-Leitlinie zu Pankreaskrebs aktualisiert