Ultraschall - Ärzte akzeptieren Qualitätsvorgaben

MÜNCHEN (sto). Fast zwei Drittel der Ärzte in Bayern, die ihren Patienten die Sonografie des Abdomens und des Retroperitoneums anbieten, haben sich am Qualitätssicherungsprogramm Ultraschall der KV Bayerns beteiligt und ein Zertifikat erworben.

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Die zertifizierten Ärzte nehmen etwa drei Viertel der Ultraschallleistungen für den Anwendungsbereich Abdomen vor, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) mit. Bestandteil der Prüfung sind der Nachweis eines modernen Ultraschallgeräts mit mindestens 256 Graustufen sowie die erfolgreiche Teilnahme an einer internetbasierten Fallprüfung.

Das Qualitätssicherungsprogramm für die abdominelle Sonografie wurde im August 2006 zunächst als freiwillige Maßnahme durch die KVB aufgelegt. Ein Jahr später wurde das Angebot durch eine eigene Prüfung für Kinderärzte erweitert.

Als Anreiz zur Teilnahme erhielten die zertifizierten Ärzte über einen Strukturvertrag mit den bayerischen Krankenkassen bis Ende 2007 eine Zusatzvergütung in Höhe von 4,25 Euro je abgerechneter Ultraschalluntersuchung.

Seit Jahresbeginn regelt nun eine Vereinbarung zum Gesamtvertrag zwischen Krankenkassen und KVB die Höhe der Vergütung: Demnach erhalten nur noch zertifizierte Ärzte den vollen Punktwert sowie zusätzlich einen Aufschlag von 4,25 Euro pro Untersuchung. Ohne Zertifikat gibt es dagegen deutlich geringere Punktwerte.

Im vergangenen Jahr rechneten rund 6400 der 8700 Haus- und Fachärzte mit einer Ultraschallgenehmigung für den Anwendungsbereich V (Abdomen und Retroperitoneum) mindestens einmal eine Sonografie des Abdomens ab. Von diesen 6400 Ärzten erfüllen knapp 4000 Haus- und Fachärzte sowie weitere 270 Kinderärzte die Qualitätsanforderungen der KVB.

"Die meisten Ärzte haben inzwischen erkannt, dass die Qualität im zunehmenden Wettbewerb das wichtigste Kriterium für eine erfolgreiche Praxisführung ist", sagte der KVB-Vorsitzende Dr. Axel Munte.

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