Umlageprinzip und Kapitaldeckung - unvereinbar?

Eine Konvergenz von gesetzlicher und privater Krankenversicherung ist allenfalls mit sehr langem Vorlauf vorstellbar.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN (sto). Nach Ansicht von Rolf Stuppardt, Geschäftsführer der Innungskrankenkassen, lässt das Wettbewerbsstärkungsgesetz (WSG) vermuten, dass GKV und PKV auf Konvergenzkurs gesetzt werden sollten. Denn mit dem WSG habe der Gesetzgeber in beiden Systemen systemfremde Elemente eingeführt, sagte Stuppardt beim Europäischen Gesundheitskongress in München.

In der GKV waren dies unter anderem Wahl- und Zusatzversicherungen und in der PKV die Basisversicherung mit Kontrahierungszwang. Systemprägende Merkmale der beiden Krankenversicherungsarten würden so aufgelöst. "Das könnte der erste Schritt zur Konvergenz sein", meinte Stuppardt.

Tatsächlich stünden GKV und PKV vor grundsätzlich gleichen Problemen. Die demografische Entwicklung und der medizinisch-technische Fortschritt seien in beiden Versicherungszweigen eine erhebliche Belastung für die Ausgaben. In der GKV würden Lohn und Gehalt als Grundlage für die Beitragsbemessung bald nicht mehr ausreichen, meinte Stuppardt. Und die PKV habe das Problem, dass sie keine Instrumente für die Mengensteuerung habe.

Um so interessanter seien strategische Kooperationen zwischen einzelnen gesetzlichen Kassen und PKV-Unternehmen. Größtes Hindernis für eine vollständige Konvergenz seien die unterschiedlichen Finanzierungsgrundlagen, so DAK-Vorstandschef Professor Herbert Rebscher. Umlage- und Kapitaldeckung ließen sich nicht in kurzer Zeit zusammenführen. Eine Konvergenz würde daher noch Jahrzehnte dauern, sagte Rebscher.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Studie aus Schweden

Dermatozoenwahn – frühes Anzeichen von Demenz?

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende

Humane Papillomviren

Lässt sich Menstruationsblut für die Krebsfrüherkennung nutzen?

Lesetipps