KV HH

VV kritisiert KBV wegen EBM

Veröffentlicht:

Vor der Sonder-VV der KBV am 21. Juni schlagen Hamburgs KV-Vertreter scharfe Töne an. Der neue EBM sei zu stark auf die ostdeutschen KVen zugeschnitten, heißt es.

Von Dirk Schnack

HAMBURG. Massive Kritik an der KBV aus Hamburg: Die KV-Vertreter in der Hansestadt sind unzufrieden mit der Kommunikation des KBV-Vorstands zur Vertreterversammlung.

Von einer "miserablen KBV-Politik" berichtete BDI-Chef Dr. Wolfgang Wesiack in der Hamburger Vertreterversammlung. "Es wäre Aufgabe der KBV, neues Geld und feste Preise zu verhandeln.

Stattdessen erleben wir ein groteskes Verwirrspiel", sagte Wesiack in Anspielung auf die anstehenden Änderungen am EBM und die Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung (PFG). Der neue EBM ist nach seiner Ansicht zugeschnitten auf ostdeutsche KVen.

Insbesondere KBV-Vorstand Regina Feldmann steht in der Kritik, reine "Klientelpolitik" zu betreiben. Wesiack fürchtet, dass mit der EBM-Reform Umverteilungen stattfinden, die für manche Ärzte Existenz bedrohend sein könnten.

Dr. Stephan Hofmeister prognostizierte: "Ganze Regionen werden über die Klinge springen". Nach seiner Darstellung informiert die KBV-Spitze nicht rechtzeitig und nicht offen genug.

Stehen die Mehrheiten schon?

Ähnliche Kritik äußerten Allgemeinärztin Dr. Silke Lüder und weitere Allgemeinärzte. Mit Unbehagen verfolgen die Hamburger, dass Feldmann nach ihrer Beobachtung nur einen kleinen Kreis Eingeweihter in ihre Überlegungen einbezieht.

Die Diskussion werde erst geführt, wenn Entscheidungen hinter verschlossenen Türen "in irgendwelchen Boards, zu denen man geladen wird", bereits gefallen sind. Lüder rief ihre Kollegen auf, sämtliche Verbindungen zu KBV-Vertretern zu nutzen, um die Abstimmung auf der Sonder-VV am 21. Juni noch zu beeinflussen.

Über den Ausgang macht sich Hofmeister keine Illusionen: "Die Mehrheiten stehen längst." KV-Vorstand Walter Plassmann ist ebenfalls sicher: "Das wird durchgepeitscht."

Einstimmig verabschiedete die Vertreterversammlung eine Resolution, in der sie die Partner der Gesamtverträge auf Bundesebene auffordert, in den Beschluss zur Einführung einer PFG eine regionale Öffnungsklausel aufzunehmen.

Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, weitere Fachgruppen in den Kreis der Grundversorger aufzunehmen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

„Sprechende Medizin“ beim Bayerischen Rundfunk

Hausarzt Schelling klärt im Radio über wichtige Gesundheitsthemen auf

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Lesetipps
Menschen im Park machen Qigong-Übungen

© zinkevych / Stock.adobe.com

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?