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Gesetzliche Krankenversicherung

2,9 Prozent: Ministerin Warken und der Durchschnitts-Zusatzbeitrag

Der Schritt kommt spät und erntet Kritik vor allem bei Krankenkassen: Die Bundesgesundheitsministerin erhöht den durchschnittlichen Zusatzbeitrag um 0,4 Punkte – und spricht doch von stabilen Beiträgen.

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Gesundheit wird für GKV-Mitglieder nächstes Jahr teurer: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt von 2,5 auf 2,9 Prozent.

Gesundheit wird für GKV-Mitglieder nächstes Jahr teurer: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt von 2,5 auf 2,9 Prozent.

© Golden_hind / stock.adobe.com

Berlin. Das Bundesgesundheitsministerium hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag für das kommende Jahr auf 2,9 Prozent festgelegt. Die entsprechende Bekanntmachung wurde mit zehntägiger Verspätung am Montag im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum laufenden Jahr um 0,4 Beitragspunkte. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte den Schritt zuvor in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ angekündigt.

Auf Diskussionen, dass es um eine Erhöhung handele und nicht um konstante Zusatzbeiträge, wollte sich Warken in dem Interview nicht einlassen: „Der aktuelle durchschnittliche Zusatzbeitrag der Kassen liegt wegen diverser Faktoren nun einmal auf diesem Niveau“, so die Ministerin.

Am 6. November hatte der Bundestag zusammen mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege ein kurzfristig aufgelegtes Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung in Höhe von zwei Milliarden Euro verabschiedet.

Stabilität der Zusatzbeiträge wird sich für die meisten GKV-Mitglieder 2026 voraussichtlich aber nicht einstellen. Gerechnet wird damit, dass die meisten Krankenkassen höhere Zusatzbeiträge festlegen müssen, um ihre Rücklagen auf das gesetzlich geforderte Mindestmaß von 0,2 Monatsausgaben wieder aufzufüllen.

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Das Versprechen stabiler Beitragssätze werde sich „schon in wenigen Wochen in Luft auflösen“, kommentiert etwa Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. Die Bundesregierung habe zwar den Ernst der Lage erkannt, doch ihr fehle „der Mut zum Handeln“, so Klemm. Das sei schlecht „für das Vertrauen in die wichtigen solidarischen Systeme und somit für den sozialen Zusammenhalt“.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) drängt derweil auf auf eine rasche Entlastung der GKV. Die Anhebung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags bezeichnete sie als „Alarmsignal“ und sprach sich unter anderem für höhere Bundeszuschüsse für versicherungsfremde Leistungen aus.

Der Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) hat in seiner Prognose Mitte Oktober die Einnahmen des Gesundheitsfonds im kommenden Jahr auf 312,3 Milliarden Euro taxiert.

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Bei den erwarteten Ausgaben konnten sich die Fachleute von Ministerium und BAS sowie der GKV-Spitzenverband nicht einigen: Die Kassen gehen mit 369,5 Milliarden Euro von um 500 Millionen Euro höheren Ausgaben aus als das Ministerium. In beiden Fällen ergab sich allerdings ein rechnerischer durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz in Höhe von 2,9 Prozent. (fst)

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