Kommentar

Warten, bis "Rente vor Reha" gilt?

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

"Prüfen" ist eine Lieblingsvokabel des Politsprech. Auch die Bundesregierung "prüft" seit langem, den Ausgabendeckel für die medizinische Reha anzuheben. Doch die Koalition muss zum Jagen getragen werden. Helfen kann ihr jetzt ein Gesetzesantrag der SPD.

Soll das Prinzip "Reha vor Rente" nicht zur Worthülse verkommen, muss die Koalition zügig das Reha-Budget neu kalkulieren. Die Zahl der Anträge ist binnen zehn Jahre um fast 30 Prozent auf 2,08 Millionen (2010) gestiegen.

Das Reha-Budget, das analog zur Entwicklung der Löhne und Gehälter steigt, hält damit nicht mehr Schritt. Die Sozialdemokraten fordern daher, den Reha-Deckel maßvoll zu lupfen.

Berücksichtigt werden sollten bei der Berechnungsformel zusätzlich zur Lohnentwicklung die immer älter werdenden Versicherten und die geplante längere Lebensarbeitszeit.

Die Mehrausgaben wären mit maximal 300 Millionen Euro beherrschbar. Zudem spielen die Rentenkassen die Kosten einer Reha im Schnitt nach vier Monaten wieder ein: durch Beitragseinnahmen und vermiedene Erwerbsminderungsrente.

Kommt die Regierung vor lauter Prüfen nicht in die Puschen, dann gilt immer häufiger "Rente vor Reha" - und das wird richtig teuer.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Am Reha-Deckel scheiden sich die Geister

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

„Sprechende Medizin“ beim Bayerischen Rundfunk

Hausarzt Schelling klärt im Radio über wichtige Gesundheitsthemen auf

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Lesetipps
Menschen im Park machen Qigong-Übungen

© zinkevych / Stock.adobe.com

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?