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KVN-Umfrage zeigt

Was Hausärzte an Fachärzten stört - und umgekehrt

Eine Online-Umfrage der KV Niedersachsen unter Haus- und Fachärzten belegt die Vermutung: Es gibt Schwierigkeiten in der Kommunikation über die Fachgruppe hinweg. Die Ergebnisse offenbaren, worüber sich die Kollegen ärgern.

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Was noch nicht passt, soll passend gemacht werden. So könnte das Fazit der Umfrage bei der KVN lauten.

Was noch nicht passt, soll passend gemacht werden. So könnte das Fazit der Umfrage bei der KVN lauten.

© fotomek / fotolia.com

HANNOVER. Mancher hält zäh an Problemen fest, obwohl die Lösung längst auf dem Tisch liegt: So geschieht es offenbar in Niedersachsen.

Laut einer Befragung der KV Niedersachsen beschweren sich sowohl Fach- als auch Hausärzte über den mangelnden professionellen Kontakt der jeweils anderen Arztgruppe.

Zugleich geben beide Gruppen identisch die Lösung der Probleme an: "Man müsste mehr miteinander reden." Nun sollen die Ärzte auf Kreisebene klären, warum sie es bisher nicht getan haben.

"Hintergrund unserer Befragung war die immer häufiger auftretende Klage in vielen Gremien, dass die Kollegialität unter den Ärzten abnehme", berichtet KV-Sprecher Detlef Haffke.

"So würden etwa Urlaubsvertretungen nicht mehr wie selbstverständlich abgesprochen. Fachärzte klagten über schlecht definierte Überweisungen. Hausärzte beschwerten sich über unbefriedigende Berichte."

374 Ärzte haben teilgenommen

Um der Sache auf den Grund zu gehen, initiierte die KVN eine sogenannte Trendumfrage, zum Teil als Multiple-Choice-, zum Teil als offene Fragen mit Freitextfeldern. Das Thema: Verbesserung der Kollegialität.

Jeweils sieben Fragen wurden an Haus- und Fachärzte getrennt gestellt. Teilgenommen haben 374 Ärztinnen und Ärzte - die höchste Teilnehmerzahl aller Trendumfragen bisher, wie Haffke betont.

Allerdings ist das Ergebnis nicht repräsentativ. Die KVN vertritt rund 13.600 Ärztinnen und Ärzte. Beteiligt haben sich zu 44 Prozent Fachärzte und zu 56 Prozent Hausärzte.

Die Umfrage lief online im KVN-Portal zwischen dem 15. Oktober bis 15. November 2014.

95 Prozent der befragten Fachärzte sagen, dass sie bei therapeutischer Relevanz einen Arztbericht verfassen.

60 Prozent der Hausärzte geben an, meistens in ausreichender Form und zeitnah einen Arztbericht zu erhalten. Sie kritisierten allerdings, dass immer mehr Patienten ohne Überweisung zum Facharzt gehen und diese keine Arztberichte mehr schreiben.

Größere Uneinigkeit herrscht indessen bei der Bewertung von Überweisungen. 98 Prozent der Fachärzte erklärten, sie akzeptieren die Überweisungen ihrer Hausarztkollegen. Das sehen diese aber anders. 40 Prozent von ihnen erklärten, dass Überweisungen von den Fachärzten nicht akzeptiert werden.

"Teure" Patienten untergeschoben?

58 Prozent der Fachärzte bemängelten, dass die Überweisungen, die sie erhalten, nicht die Anforderungen entsprächen. So fehle etwa oft der eindeutige Auftrag, meinten 75 Prozent der Fachärzte.

Umgekehrt beklagen 48 Prozent der Hausärzte, dass die Arztberichte der Fachärzte die Anforderungen verfehlen, besonders die Berichte von Gynäkologen, Augenärzten, Hautärzten und HNO-Ärzten.

Ärgerlich: Mehr als ein Drittel beider Gruppen (34 Prozent der Fachärzte und 40 Prozent der Hausärzte) haben den Eindruck, dass ihre Kollegen "teure" Patienten per Überweisung an sie delegieren.

Hausärzte wollten keine Medikamente verordnen und überwiesen deshalb an Fachärzte, meinen viele Fachärzte. Hausärzte argwöhnen, dass ihre Facharztkollegen besonders bei Rezepten für Krankengymnastik und wegen AU-Bescheinigungen auf sie verweisen.

Um so erstaunlicher, dass die Kollegialität von beiden Gruppen als gut eingeschätzt wird. Auch die KVN spricht von "heterogenen Ergebnissen".

Nun möchte die KV die Ergebnisse der Befragung auf den Bezirksstellenversammlungen diskutieren. "Wir wollen da nichts maßregeln", sagte Haffke der "Ärzte Zeitung", "aber wir möchten, dass die Ärzte ins Gespräch kommen".

Das wollen die teilnehmenden Ärzte auch. "Beide Seiten plädierten dafür, bestehende Rivalitäten abzubauen und persönliche Kontakte mehr zu pflegen", so die KVN in einem Bericht über die Trendumfrage. (cben)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Unkollegiale Kollegen

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