Kommentar

Was Hausärzte in spe zögern lässt

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:

Trotz vieler Anstrengungen, den Hausarztberuf attraktiver zu machen und mehr Ärzte für die Allgemeinmedizin zu gewinnen, sind die neuen Zahlen aus Niedersachsen deprimierend: Nur eine verschwindend kleine Minderheit der niedersächsischen Ärzte in Weiterbildung ist auf dem Weg, Allgemeinmediziner zu werden.

Das hat eine Analyse der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft ergeben. Demnach ist in den vergangenen zehn Jahren von den Kliniken im Land nicht ein einziges Mal die ganze Fördersumme der Kassen für die hausärztlichen Weiterbildungs-Assistenten in Kliniken abgerufen worden.

Geld und Infrastruktur sind da, so das Fazit der Ärztekammer. Aber warum gibt es keine Interessenten? Die Antwort liegt tiefer als der Punktwert. Es wird jungen Medizinern nicht in erster Linie ums Geld gehen, wenn sie nicht in die Hausarztmedizin gehen wollen. Sondern es geht um die oft fehlende Achtung vor der hausärztlichen Versorgung als begegnende Medizin. Neben der schieren "Versorgung" verstehen Hausärzte, dass Gesundheit mehr braucht als Rezept oder Kur - sie braucht Zeit. Flösse mehr Geld in Gesprächsleistungen, und würde der Papierkrieg in der Praxis beendet, dann fänden sich auch mehr Hausärzte.

Lesen Sie dazu auch: Hausarztnachwuchs - eine rare Spezies

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Jahrestagung Amerikanische Neurologen

Eine Frage der Entropie: Wie Psychedelika bei Depressionen wirken

Großes Reformpuzzle

So will Lauterbach den Krankenhaus-Sektor umbauen

Lesetipps
Ulrike Elsner

© Rolf Schulten

Interview

vdek-Chefin Elsner: „Es werden munter weiter Lasten auf die GKV verlagert!“